Warum lernen ohne Zukunft?

»Fridays for Future«: Schüler fordern weltweit stärkeren Einsatz gegen menschengemachten Klimawandel

In mehr als 100 Ländern, von Argentinien bis Zypern, haben Schülerinnen und Schüler am Freitag für mehr Klimaschutz demonstriert. Unter dem Motto »Fridays for Future« wurde der Unterricht bestreikt, um auf ambitioniertere Klimaschutzziele zu pochen. In Luxemburg gab es eine zentrale Manifestation in der Hauptstadt, die um 12 Uhr auf dem Glacis begann und nach rund drei Stunden auf dem Knuedler endete. Trotz des unangenehmen Wetters zählten die Veranstalter 15.000, die Polizei nur halb so viele Teilnehmer.

Im Gegensatz zu anderen Ländern wurden die luxemburgischen Lyzeumsschüler gestern freigestellt, sofern sie eine elterliche Erlaubnis zur Teilnahme am Klimamarsch bekommen hatten. Die Zugverbindungen aus dem Norden und dem Süden des Landes wurden verstärkt, laut Transportministerium fuhren in der Hauptstadt doppelt so viele Busse.

»Keng Toleranz fir Klimaignoranz« stand auf selbstgemachten Pappschildern, »Es gibt keinen Planeten B«, »Warum lernen ohne Zukunft?« oder »System Change not Climate Change«. Die weltweite Bewegung geht auf die junge Schwedin Greta Thunberg zurück, die sich seit August vergangenen Jahres, dem Höhepunkt der Hitze- und Dürrewelle in Europa, mit einem Schild mit der Aufschrift »Skolstrejk för klimatet« (Schulstreik fürs Klima) vor das schwedische Parlament stellt. Bald fanden sich Nachahmer, inzwischen reicht »Fridays for Future« von Kanada bis nach Australien. Im Dezember 2018 sprach Greta Thunberg auf der UNO-Klimakonferenz im polnischen Katowice, im Januar auf dem Weltwirtschaftsforum in Davos und im Februar auf einem EU-Kongreß in Brüssel.

Neben Forderungen nach einem schnellen und konsequenten Handeln gegen den menschengemachten Klimawandel forderten mehrere Rednerinnen und Redner auf dem Knuedler eine drastische Reduzierung der Kohlendioxidemissionen. Andere erinnerten an einen Satz, den Greta Thunberg gegenüber den Teilnehmern des Weltwirtschaftsforums äußerte: »Ich will, daß Ihr in Panik geratet!« In diesem Sinne wurde gestern erklärt, die Schülerstreiks für das Klima gingen weiter, »bis endlich etwas passiert«.

oe

(Foto: ZLV)

Oliver Wagner : Freitag 15. März 2019