Nachbarländer bleiben wichtigste Handelspartner

Im vergangenen Jahr gingen 27 Prozent der Warenausfuhren nach Deutschland und jeweils 14 Prozent nach Belgien und Frankreich

Nach der Slowakei und gleichauf mit Tschechien verzeichnete Luxemburg 2018 den höchsten Anteil sogenannter Intra-EU-Ausfuhren: Im vergangenen Jahr gingen 84 Prozent des Warenexports in andere EU-Staaten, heißt es in einer aktuellen Eurostat-Studie zum internationalen Warenverkehr. Bei den Importen nach Luxemburg stammten demnach sogar 88 Prozent aus anderen EU-Staaten.

Wichtigste Handelspartner blieben dem EU-Statistikamt zufolge die drei Nachbarländer: 27 Prozent der luxemburgischen Warenausfuhren gingen nach Deutschland und jeweils gut 14 Prozent gingen nach Belgien und nach Frankreich. Während Deutschland für 17 der noch 28 Mitgliedstaaten sowohl das wichtigste Zielland der Warenausfuhren, als auch das wichtigste Herkunftsland der Einfuhren war, stammten mehr als ein Drittel (35 Prozent) der Wareneinfuhren nach Luxemburg aus Belgien, rund ein Viertel kam aus Deutschland und beinahe zwölf Prozent kamen aus Frankreich.

Handel mit China immer wichtiger für EU

Betrachtet man die EU als Einheit, so wurden im vergangenen Jahr 15,4 Prozent ihres Außenhandels mit China abgewickelt. Der Gesamtwarenverkehr zwischen der EU und China (d.h. die Summe der Ein- und Ausfuhren) hat sich seit dem Jahr 2000 auf 605 Milliarden Euro im vergangenen Jahr fast verdreifacht. Der wichtig­ste Handelspartner der EU seien nach wie vor die USA mit einem gesamten Warenverkehr von 674 Milliarden Euro oder einem Anteil von 17,1 Prozent. Jedoch habe der Anteil der USA am Gesamtwarenverkehr der EU noch im Jahr 2000 bei fast 25 Prozent gelegen und sei bis zum Jahr 2011 erheblich und nahezu stetig auf 14 Prozent zurückgegangen, um seitdem wieder leicht zu steigen.

Das Gros des Warenaustausches findet aber innerhalb der EU statt. Der Gesamtwert der unter den Mitgliedstaaten gehandelten Waren belief sich 2018 auf fast sieben Billionen Euro, während der Warenaustausch mit Ländern außerhalb der EU nur 3,9 Billionen Euro betrug. Die 28 EU-Staaten führten im vergangenen Jahr Waren im Wert von 5,47 Billionen Euro aus, wovon 3,52 Billionen Euro bzw. 64 Prozent für einen anderen Mitgliedstaat bestimmt waren.

Bis auf Zypern und Großbritannien exportierten alle Mitgliedsländer überwiegend in die EU. Mit einem EU-Exportanteil von lediglich 28 bzw. 47 Prozent exportierten diese beiden Länder ihre Waren hauptsächlich in Nicht-EU-Länder. Auch bei den Wareneinfuhren war für beinahe alle Mitgliedstaaten ein anderes EU-Land wichtigster Handelspartner – mit Ausnahme von Litauen, dessen Importe hauptsächlich aus Rußland stammten, und den Niederlanden, deren Waren hauptsächlich aus China kamen.

Acht EU-Staaten bezogen 2018 mehr als ein Viertel ihrer Waren aus einem einzigen anderen Land: Neben Luxemburg waren das Österreich, das 41 Prozent aus Deutschland bezog, Portugal (31 Prozent aus Spanien), Tschechien (29 Prozent aus Deutschland), Polen (27 Prozent aus Deutschland), Irland (26 Prozent aus Großbritannien), Ungarn (25 Prozent aus Deutschland) und Malta (25 Prozent aus Italien).

Die 28 EU-Staaten führten 2018 Waren im Wert von insgesamt 5,42 Billionen Euro ein, wovon 3,44 Billionen Euro bzw. 64 Prozent aus einem anderen EU-Staat stammten. Im Warenaustausch mit Drittländern waren China mit einem Anteil von 20 Prozent aller Einfuhren in die EU, die USA (13 Prozent) und Rußland (8 Prozent) weiterhin die wichtigsten Lieferländer. Die wichtigsten Absatzmärkte für die Exporte aus der EU waren die USA (21 Prozent), China (11 Prozent) und die Schweiz (8 Prozent).

oe

Frachtflugzeug der Cargolux (Foto: EPA)

Freitag 22. März 2019