Öffentliche Konferenz und Podiumsdiskussion am 6. Mai in den Rotondes

Pressefreiheit unter Druck

Warum Luxemburg keine Insel der Glückseligen ist

Die Pressefreiheit in Europa ist in Gefahr. Die Morde an Journalisten in Tschechien und Malta, die fehlende juristische und politische Aufarbeitung dieser Verbrechen, die unzähligen Journali­sten, die ohne Anklage in türkischen Gefängnissen sitzen, belegen: Auch in unseren Breitengraden bezahlen Medienvertreter ihren Einsatz für Pressefreiheit zunehmend mit dem Leben und ihrer Freiheit.

Rechtspopulistische Regierungen machen mobil gegen Medien, die unbequeme Fakten verbreiten, Politiker versuchen, kritische Journalisten zu beeinflussen oder zu diskreditieren, indem sie Verleumdungen streuen oder negative Folgen androhen. Zugleich haben Medien Existenzsorgen, weil Anzeigenmärkte weggebrochen, respektive ins Internet abgewandert sind und immer weniger Leserinnen und Leser bereit sind, für Recherchen zu bezahlen. Tragfähige alternative Geschäftsmodelle existieren kaum. Außerdem sehen sich Journalisten einem wachsenden Misstrauen in der Bevölkerung gegenüber, die ihnen Parteilichkeit und Selektivität vorwirft oder fragwürdige Erwartungen hegt.

In Luxemburg ist die Situation der meisten Medien besser. Das heißt aber nicht, dass es hier keine Probleme gäbe und die Pressefreiheit automatisch gegeben wäre. Das belegen Unternehmerklagen gegen kritische Reporter, Durchsuchungsbefehle gegen Redaktionen, Einmischungsversuche in redaktionelle Inhalte. Die hartnäckige Weigerung früherer Regierungen, luxemburgischen Journalisten kein eigenes, im Pressegesetz verankertes Auskunftsrecht zu geben, zeugt von einem fundamentalen Missverständnis der Aufgaben der Medien gegenüber dem Staat und seinen Funktionsträgern.
Was können Journalisten tun, um dem Druck zu widerstehen? Welche Mittel haben sie, um die Pressefreiheit zu stärken und der Glaubwürdigkeitskrise entgegenzuwirken? Welche Instrumente gibt es, um Medienvielfalt und Meinungspluralismus zu fördern? Wie können Medien wirksam vorgehen gegen alternative Fakten?

Auf Einladung des Luxemburger Presserates und des Journalistenverbandes ALJP diskutieren diese und andere Fragen am 6. Mai um 19 Uhr in den Rotondes unter anderem: Mars Di Bartolomeo, LSAP-Abgeordneter, ehemaliger Chamber-Präsident und Ex-Journalist; Renate Schroeder, Direktorin der Europäischen Föderation der Journalisten; Ines Kurschat, Präsidentin des Luxemburger Presserats; Luc Caregari, Präsident der Journalistenvereinigung ALJP; Mark Cole, Professor für Medienrecht an der Universität Luxemburg (angefragt); Léonie de Jong, Politikwissenschaftlerin an der Universität Cambridge (angefragt).

Moderiert wird die Veranstaltung, zu der jeder herzlich eingeladen ist, von Christophe Langenbrink, Journalist und Vorstandsmitglied der ALJP. Die Veranstaltung ist auf Deutsch.

Mittwoch 17. April 2019