Guaidó sucht Unterstützung von USA-Militär

Caracas – »Seine« Soldaten wollten seinem Ruf nicht folgen, jetzt sucht der selbst ernannte »Interimspräsident« Juan Guaidó die Nähe zum mächtigen USA-Militär. Er habe »seinen Gesandten« in Washington, Carlos Vecchio, angewiesen, direkten Kontakt zu dem für Lateinamerika zuständigen Südkommando der USA-Streitkräfte aufzunehmen, sagte Guaidó bei einer Kundgebung am Samstag in Caracas. Zu der Demonstra­tion kamen allerdings deutlich weniger Regierungsgegner als noch in der vergangenen Woche, schreibt die Deutsche Presseagentur.

Guaidó sagte er suche auch weiterhin das Gespräch mit den venezolanischen Streitkräften. Am 30. April hatte er einige Soldaten auf seine Seite gezogen und den Oppositionspolitiker Leopoldo López aus den Hausarrest befreit. Allerdings gelang es ihm wieder einmal nicht, mit diesem Coup Präsident Nicolás Maduro aus dem Amt zu fegen, weil sich nur wenige Militärs der Opposition anschlossen. Sein Kumpan López brachte sich schon nach wenigen Stunden in der chilenischen Botschaft in Sicherheit.

Guaidó hatte immer wieder erklärt, daß er »unter bestimmten Umständen« eine militärische Intervention in Venezuela erwägen würde. Dies stehe ihm als »Übergangspräsident« zu. Laut Verfassung könnte das von der Opposition kontrollierte Parlament einen Einsatz ausländischer Truppen billigen. Allerdings hat das Oberste Gericht das Landes dem Parlament wegen grober Verstöße gegen die geltende Verfassung bereits das Recht entzogen, irgendwelche Beschlüsse zu fassen. USA-Präsident Donald Trump hatte immer wieder betont, gegenüber Venezuela lägen »alle Optionen auf dem Tisch«.

Der Befehlshaber des USA-Südkommandos, Admiral Craig Faller, hatte sich bereits gesprächsbereit gezeigt. »Wenn mich Juan Guaidó und die legitime Regierung von Venezuela einladen, erörtere ich gerne, wie wir jene Offiziere der venezolanischen Streitkräfte unterstützen können, die die richtige Entscheidung treffen und die verfassungsmäßige Ordnung wieder herstellen«, schrieb er auf Twitter. Allerdings hatte der Admiral offensichtlich übersehen, daß es nur eine legitime Regierung in Venezuela gibt, und daß der CIA-Zögling Guaidó bisher keinerlei Anstrengungen unternommen hat, so etwas wie eine »Schattenregierung« zu installieren – offenbar mangels geeigneter »Minister«. (dpa/ ZLV)

Die Teilnahme am »Massenprotest«, zu dem Guaidó für den Samstag aufgerufen hatte, beschränkte sich in Caracas auf recht überschaubare Ausmaße (Foto: AFP)

Montag 13. Mai 2019