»Et kënnt haut kee laanscht d’Chambre des salariés«

Das Sprachrohr des Salariats ist weiblicher und repräsentativer geworden: Nora Back neue Präsidentin, auch LCGB im Vorstand vertreten

Die Salariatskammer CSL ist weiblicher und auch hinsichtlich der Beteiligung von Grenzgängern deutlich repräsentativer geworden. Auf der konstituierenden Vollversammlung im neuen CSL-Gebäude in Luxemburg-Bonneweg wurde am Donnerstagnachmittag die OGBL-Generalsekretärin Nora Back einstimmig zur neuen CSL-Präsidentin gewählt. Der ehemalige OGBL-Präsident Jean-Claude Reding, der die vergangenen zehn Jahre an der Spitze gestanden hatte, bleibt der CSL als einer von nur noch zwei Vizepräsidenten erhalten.

Auch der LCGB ist nun im CSL-Vorstand vertreten. Neben seinem Präsidenten Patrick Dury, der ebenfalls zum CSL-Vizepräsidenten gewählt wurde, gehören vom Christlichen Gewerkschaftsbund auch Gabriele dit Gab Di Letizia, der in geschlossener Sitzung zum Präsidenten der Finanzkommission gewählt wurde, sowie Nazzareno Beni, Dominique Machado und Stéphanie Olinger dem neuen Komitee als Beisitzer an, außerdem der neue Schatzmeister Henri Kremer, die neue Präsidentin des Gleichstellungskomitees Sylvie Lombardi, Nathalie Becker, Vincent Collin, José Nunes Pinto, Guy Scholzen und Denise Steinhäuser vom Unabhängigen Gewerkschaftsbund, Laurent Mertz von der Bankengewerkschaft ALEBA sowie sein ehemaliger Präsident Nico Wennmacher für den Landesverband (FNCTTFEL).

In ihrer Antrittsrede als neue CSL-Präsidentin erklärte Nora Back, an der Salariatskammer, dem »Sprachrohr jedes Schaffenden, Rentners und Auszubildenden in Luxemburg«, komme heute keiner mehr vorbei. Besonders froh mache sie, daß der Anteil der weiblichen Vollversammlungsmitglieder von zuletzt 15 auf 21 von insgesamt 60 erhöht wurde, und daß der Anteil der Grenzgänger sogar von acht auf 17 mehr als verdoppelt wurde. Damit, sowie mit der Wahl neuer Gesichter in die Vollversammlung, sei die Repräsentativität der Salariatskammer deutlich ausgebaut worden.

Wie schon Arbeitsminister Dan Kersch, der die konstituierende Sitzung gestern wie üblich präsidieren durfte, erklärte auch Nora Back, in fünf Jahren gelte es, die Beteiligung an den Sozialwahlen zu erhöhen. Dies soll unter anderem mit einer Verbesserung der Wahlprozedur erreicht werden. Dazu habe die CSL zusammen mit den Gewerkschaften Vorschläge erarbeitet, die demnächst präsentiert würden. Desweiteren erklärte die neue Präsidentin, die CSL werde in den nächsten fünf Jahren einen größeren Schwerpunkt auf Umweltfragen und auf den in Luxemburg eklatanten Mangel an bezahlbarem Wohnraum legen. Auch des »unmöglichen Ungleichgewichtes« zwischen der Besteuerung von Arbeit auf der einen und Kapital auf der anderen Seite werde man sich verstärkt annehmen.

oe

Die 60 Mitglieder der Salariatskammer zusammen mit dem CSL-Sekretariat und Arbeitsminister Dan Kersch (Foto: CSL)

Donnerstag 6. Juni 2019