Rümelingen gedenkt den ermordeten Resistenzlern

Mit einer Gedenkfeier vor dem Monument »Jericho« im Stadtpark wurde am 8. Juni an die Resistenzler aus Rümelingen und dem Kayltal erinnert, die während der faschistischen deutschen Besatzung des Landes in den Jahren 1940 bis 1944 von den Nazis ermordet wurden und in deren Gefängnissen und Konzentrationslagern ums Leben kamen oder im Kampf gegen die Faschisten im Maquis in Frankreich fielen.

Verlesen wurden die Namen von 26 Resistenzlern: Joseph Assa, Nicolas Bausch, Alfred Branchini, Marcel Charpentier, Henri Clement, Dominique Dondelinger, Gaston Elcheroth, Georges Fedler, Henri Gallé, François Garnich, Hubert Glesener, Raymond Heyardt, Pierre John, Emile Künsch, Edouard Morbé, Raymond Müller, Jacques Pixius, Dino Ramberti, Ado Rinnen, Gusty Rumé, Marcel Servé, Willy Siedler, Ernest Toussaint, Aloyse Waringo, Nicolas Welter, Charles Wiesen.

Anschließend legten die Vertreter der Rümelinger Gemeinde, unter ihnen KPL-Schöffe Edes Peiffer, und der Resistenzorganisationen LFK-LFB (Lëtzeburger Freihétskämpfer – Lëtzeburger Freihétsbewegung) und »Union nationale des passeurs, filiéristes et résistants« (Upafil) Blumengebinde am Denkmal nieder und die Rümelinger Harmonie intonierte die »Marseilleise«, die »Brabançonne« und die »Heemecht«.

Das Denkmal, das 1981 aufgestellt wurde und zehn Jahre später der Gemeindeverwaltung übergeben wurde, trägt den Namen »Jericho« in Erinnerung an den am 18. Februar 1944 erfolgten Luftangriff der Royal Air Force auf das Gefängnis von Amiens im Norden Frankreichs, mit dem Ziel, zahlreichen von den Nazis eingekerkerten antifaschistischen Widerstandskämpfern die Flucht zu ermöglichen. Der Angriff erfolgte unter dem Codename »Jericho«.

Geschaffen wurde das Denkmal, das einen Bomber vom Typ Lancaster der Royal Air Force darstellt, vom Künstler Gregory Anatchkov.

Ausländerfeindliche und faschistische Ideologie gemeinsam bekämpfen!

Während des anschließenden Ehrenweins in der Rümelinger Gemeinde hob Bürgermeister Henri Haine die bedeutende Rolle der Resistenzler im Kampf gegen den faschistischen Okkupanten hervor. Er erinnerte an die Ursprünge und den Aufstieg der Nazis und daran, dass sie von einem Teil des deutschen Großkapitals finanziert wurden. Er zog Parallelen zur heutigen Zeit und sprach von der Notwendig der Zusammenarbeit aller Demokraten, wenn es darum geht, jede ausländerfeindliche und rechtsextreme Ideologie zu bekämpfen und den Aufstieg rechtspopulistischer und faschistischer Parteien zu verhindern.

Der Rümelinger Bürgermeister erinnerte auch an die Landung der Alliierten am 6. Juni 1944 in der Normandie und an die Befreiung unseres Landes drei Monate später durch amerikanische Truppen. Gleichzeitig mahnte er, dass die Rolle der Sowjetunion, welche im Kampf gegen den Hitlerfaschismus die größten Opfer zu beklagen hatte, nicht vergessen werden dürfe.

Anlässlich des Empfangs hatte Bürgermeister Haine auch ausdrücklich KPL-Präsident Ali Ruckert begrüßt. Die KPL spielte eine bedeutende Rolle in der Resistenz, auch in Rümelingen, und zahlte einen hohen Preis für die Befreiung des Landes vom Faschismus. Unter den 26 Patrioten, die anlässlich der Gedenkfeier gewürdigt wurden, waren auch sechs Kommunisten: Nicolas Bausch, der die illegale KPL seit Pfingsten 1941 leitete und am 23. August 1943 im KZ Mauthausen starb, Alfred Branchini, der am 29. März 1945 im KZ Dachau starb, Georges Fedler, der am 20. April 1942 im KZ Sachsenhausen-Oranienburg starb, Henri Gallé, der Ende April 1945 auf dem Transport zum KZ Bergen-Belsen ums Leben kam, Dino Ramberti, der am 16. August 1944 im Maquis bei Poitiers fiel, und Ernest Toussaint, der am 3. September 1942 im KZ Hinzert erschossen wurde.

Nik.

Dienstag 11. Juni 2019