40 Jahre WSA – Am Anfang stand ein Geheimvertrag mit den USA

Das Militärlager der USA-Luftwaffe in Sanem soll vergrößert werden

An diesem Wochenende wurde im Militärlager der USA-Luftstreitkräfte in Sanem das 40-jährige Bestehen der »Warehouses Service Agency« (WSA) begangen, weshalb der olivgrüne Armeeminister François Bausch und Premierminister Xavier Bettel (DP) die Glückwünsche der Regierung überbrachten.

Der Gründung der WSA am 15. Januar 1979 durch die Nationale Kredit- und Investitionsgesellschaft SNCI und den Stahlkonzern ARBED und dem Bau der Militärlager in Bettemburg-Düdelingen (1979) und Sanem (1982) war ein Geheimabkommen vorausgegangen, das eine CSV/DP-Regierung im Jahr 1973 mit der USA-Regierung unterzeichnet hatte.

Mit diesem Abkommen mit dem Namen »Host Nation Support« (»Unterstützung durch die gastgebende Nation«), das dem Parlament vorenthalten wurde und dessen Existenz der kommunistische Abgeordnete Aloyse Bisdorff am 7. Juni 1986 in der »Zeitung vum Lëtzebuerger Vollek« enthüllte, verpflichtete sich die Luxemburger Regierung, den USA im Fall internationaler Spannungen und Krisen logistische Unterstützung zu gewähren und USA-Truppen eine Verbindungslinie durch das Luxemburger Territorium zu sichern.
Zwei Jahre nach der Unterzeichnung des Abkommens hat eine DP/LSAP-Regierung ihre Unterschrift unter ein Zusatzabkommen gesetzt, das die technischen Einzelheiten des Abkommens regelte und hat anschließend Verhandlungen mit den USA-Streitkräften über die Einrichtung von Militärlagern in Luxemburg aufgenommen.

3.400 Unterschriften gegen das Militärlager in Sanem

Der Widerstand gegen das Militärlager, der von der Friedensbewegung getragen wurde, war groß. Die »Friddensinitiativ Suessem-Bieles«, die auf Initiative kommunistischer Militanten gegründet wurde und der auch zahlreiche sozialistische und grüne Friedensfreunde angehörten, sammelte innerhalb kurzer Zeit 3.400 Unterschriften von Einwohnern aus der Gemeinde gegen den Bau des Militärlagers und forderte auf einer Massenkundgebung am 16. April 1983 in Beles ein Referendum.

Das aber wurde vom sozialistischen Schöffenrat abgelehnt. An seiner Seite stand die Regierung, aber auch die Gewerkschaftsführungen rechtfertigten die Militärlager mit der Schaffung von Arbeitsplätzen.

Als das »Luxemburger Wort« einen Sabotageakt erfand

Für Schlagzeilen sorgte das Militärlager in Sanem, als das »Luxemburger Wort« am 2. Januar 1987 meldete, im Militärlager seien »etwa 100 Panzer in böswilliger Absicht beschädigt worden«, so dass sie »im Ernstfall nicht mehr einsatzfähig gewesen wären«.
»Gezielter Sabotageakt im WSA-Militärlager in Sassenheim?« fragte die Zeitung des Bistums und stellte im selben Atemzug fest, »dass das KPL-Zentralorgan gut im Bilde ist über das Innenleben der Militärlager« und die KPL eine Hetz- und Desinformationskampagne gegen diesen Luxemburger NATO-Beitrag durchgeführt habe.

Die Absicht, den Kommunisten eine Sabotageaktion zu unterstellen, war offensichtlich. Aber bereits wenige Tage später musste CSV-Armeeminister Fischbach einräumen, es habe sich nicht um Sabotage gehandelt, sondern um eine Nachlässigkeit bei Wartungsarbeiten, wodurch 34 optische Geräte beschädigt wurden.

Nach dem Ende des Kalten Krieges wurde das Militärlager der WSA in Bettemburg-Düdelingen geschlossen, und die WSA verlegte ihren Sitz nach Sanem in das Militärlager, das die USA-Armee im Jahre 1995 an die Luftwaffe der USA abgetreten hatte. Die nutzt das Lager, in welchem inzwischen auch die Luxemburger Armee und die Polizei ein Standbein haben, um alles mögliche Kriegsmaterial zu warten und zu reparieren und es über Ramstein in Deutschland in die Länder zu transportieren, in den die USA Krieg führen, darunter Afghanistan und der Irak.

Wie am Wochenende verlautete, planen die USA, das Militärlager, das eine wichtige Rolle in ihren Aufrüstungs- und Kriegsplänen spielt, mit Zustimmung ihrer Komplizen in der Luxemburger Regierung weiter auszubauen. Die Friedensbewegung ist gefordert!

Ali Ruckert

Die Luftwaffe der USA nutzt das Lager, in welchem inzwischen auch die Luxemburger Armee und die Polizei ein Standbein haben, um alles mögliche Kriegsmaterial zu warten und zu reparieren und es über Ramstein in Deutschland in die Länder zu transportieren, in den die USA Krieg führen, darunter Afghanistan und der Irak (Foto: USAFE)

Montag 15. Juli 2019