»Unser Kampf ist deren Kampf«

Eine internationale Konferenz zum Ende der 13. Streikwoche in Trier

Kämpferisch begann die Internationale Konferenz in Trier zum Ende der 13. Streikwoche, veranstaltet von der IG Metall, die sich zur Zeit in einem eisernen Kampf um Tarifvertragsbindung mit Riva Stahl befindet (die »Zeitung« berichtete). Die Streikenden, die sich eingefunden hatten, zogen mit großem Transparent und Sprechchören wie: »Wir sind noch frisch, Riva an den Tisch!« und »Hoch die internationale Solidarität!« in den Saal der europäischen Rechtswissenschaften ein. Vorne im Saal formierten sie sich als Block, sangen »Keiner schiebt uns weg« – und unterstrichen damit nochmals ihre Forderungen an die Konzernführung.

Neben Christian Z. Schmitz, 1. Bevollmächtigter der IG Metall Trier, und Uwe Zabel, Streikleitung der IGM sprachen auch ausländische Gäste wie Jean-Claude Bernardini, Geschäftsführer der OGB-L/IGR aus Luxemburg und Mirco L. Rota, Vorstand der FIOM/CGIL aus Italien. Beide betonten in Ihren Reden, wie wichtig der gemeinsame Kampf und die internationale Solidarität sind, um sich gegen international agierende, ausbeuterische Unternehmen zur Wehr setzen zu können. Sollte der Streik in Trier und Horath scheitern, hätte dies auch unmittelbare Auswirkungen auf die Arbeiterinnen und Arbeiter in Italien. Denn, so Rota, »Kapitalisten suchen sich immer den Platz auf der Welt aus, um ihre Ware zu produzieren, wo es Ihnen am effektivsten möglich ist das Proletariat auszubeuten.«

Auch die Gewerkschafter Schmitz und Zabel betonten, daß der Arbeitskampf in Trier zeige, daß »der Kampf nicht zwischen den Völkern, sondern zwischen Oben und Unten« verlaufe. Der Arbeitskampf bleibe »immer ein Kampf zwischen Ausgebeuteten und Kapitalisten« und lasse sich »nicht spalten vom Nationalismus«.

Auch die Stimmung bei den Streikenden bleibt gut. »Wir kämpfen weiter, für das, was wir verdient haben«, so Katharina*. Besonders der Zusammenhalt zwischen den Werksstandorten in Trier und Horath sei besser und solidarischer als vor dem Streik. »Wir halten zusammen, wir sind schon eine Familie geworden. Daß es noch keine Annäherung für den Tarifvertrag gab, verstehen wir alle nicht«, so Katharina weiter. »Unsere Fragen, warum wir die einzigen Werke sind ohne Tarifvertrag, blieben unbeantwortet.«

Auch Peter* zeigt sich optimistisch. »Wir sind unaufhaltsam, wir machen weiter, bis zur Unterschrift«, so der Streikende. »Man sieht durch den Streik das Internationale. Frankreich, Belgien und die anderen Länder, die dabei sind, unterstützen uns – und wir sie. Solidarisch sind die in jedem Fall. Unser Kampf ist deren Kampf – und andersrum. Einer für alle und alle für einen. Und wie gesagt: Aufgeben ist keine Option.«

Da paßt es, daß Kolleginnen und Kollegen vom Daimler Werk Wörth unangekündigt an der Sitzung teilnahmen und den Streikenden ihre Solidarität aussprachen. Der tosende Applaus, mit dem sie und ihre ermutigenden sowie kämpferischen Worte in Empfang genommen wurden, zeigt, wie gut Solidarität tut, wenn man sich im längsten Arbeitskampf der Geschichte von Rheinland-Pfalz befindet.

*Namen auf Wunsch der Streikenden geändert

Philippe Drastik

Streikende Metaller vor Beginn der Konferenz

Dienstag 10. September 2019