ACEL nun auch in den USA:

Serviceclub für Studierende wird 35

Die »Association des Cercles d‘Etudiants Luxembourgeois« feiert dieses Jahr ihr 35-jähriges Bestehen mit einer Abendveranstaltung am 9.11.2019, wurde sie doch 1984 als apolitischer Serviceclub von Zirkeln diverser Uni-Städte gegründet, die vor allem fürs gesellige Beisammensein bekannt waren, das abseits der jeweils lokalen Bevölkerung stattfand.

Heute sind 45 Zirkel in 36 Städten in 9 Ländern angeschlossen, von denen 8 in Europa liegen. Wegen dem neunten gibt es einen extremen Stolz zu vermelden, ist das doch der von Studierenden der Miami University in Oxford, Ohio in den USA mit der Abkürzung LUAM.

Zu jedem Serviceclub gehört auch die karitative Tätigkeit, die zwar nichts verbessert, aber das angenehme Gefühl entstehen läßt, etwas Gutes getan zu haben. So organisiert die ACEL jährlich rund um Weihnachten am Campus Geeseknäppchen in Zusammenarbeit mit der LASEL ein Turnier in Hallenfußball, Basket- und Volleyball. 2018 gab es daraus je 2.636,35 € für die katholische Stiftung »Maison de la Porte Ouverte« und für den Flüchtlingsunterstützungsverein Narin. An die Ursachen sozialer Schieflagen wie der Fluchtursachen rührt das selbstverständlich nicht.

So freuen wir uns über 4.000 Anwesende beim Studentenball am 12.7.2019, der eine wichtige Rolle spielt bei der Finanzierung der dabei aktiven Zirkeln.

Informiert wird

Aurélie Nascimento, Vize-Präsidentin Information, kündigte an, am 7./8.11.2019 werde die ACEL mit rund 40 Zirkeln bei der »Foire de l‘Etudiant« zur Information der künftigen Studierenden antreten. Alle Jahre wieder gibt es dann in den Osterferien die Aktion »Student fir 1 Dag«, die in eine Uni-Stadt führt. Heuer reisten 391 Interessierte in 19 Städte, wobei erstmals etwas weiter entfernte wie Innsbruck, München, Wien und Zürich dabei waren. Zusammen mit dem Cedies tritt die ACL auch in Lyzeen auf – es waren deren 18 im akademischen Jahr 2018/19.

Neu aufgelegt wird erneut der »Guide du Futur Etudiant« 2019/20 wie auch der »Guide du Futur Diplômé« als Einstieg in die Arbeitswelt. Neu im Jubeljahr ist »De Studenteguide« mit Informationen über neun Länder, Ratschläge fürs Wohnen im Ausland und die Finanzierung der Studien. Das alles gibt es als pdf-Dateien demnächst auf www.acel.lu und auf Papier bei der »Foire de l‘Etudiant«, bei der Staatssparkasse, die nun schon über 20 Jahre größter ACEL-Sponsor ist, sowie beim Cedies.

Bohren an dicken Brettern

So stolz die ACEL darauf ist, 2017 ein Verfahren für ein Stage-Gesetz angestoßen zu haben, so traurig ist sie, daß es das noch immer nicht gibt. Der neu dafür zuständige Minister Dan Kersch hat auch politische Organisationen von Studierenden an den Tisch geholt, und so ist in den Text eine Bezahlung für den Stage hineingekommen. Dafür hatte besonders die UNEL gestritten, ein Name, der dem ACEL-Vorstand nicht über die Lippen kommt. Daß unpolitische Denke nie fortschrittlich ist, wird damit gezeigt, daß die ACEL nun hofft, die Bezahlung werde nicht die Betriebe davon abhalten, Stages anzubieten. Denn für die ACEL ist es immer vorrangig darum gegangen, daß es deren mehr geben solle in Luxemburg.

Auf Nachfrage wurde uns erklärt, es gäbe eigentlich keine Probleme für Luxemburger an den Uni-Städten einen Stage zu bekommen, ganz besonders nicht in der BRD, wo es eine besonders gut entwickelte Stage-Kultur gäbe. Aber viele kämen doch lieber nach Luxemburg, um so später leichter einen Arbeitsplatz hier zu kriegen.

Ansonsten ist der ACEL die Befreiung von der GIS-Gebühr für den österreichischen öffentlich-rechtlichen Rundfunk und Fernsehen ein Problem. Österreicher mit Sozialstipendium sind davon befreit, Luxemburger mit Luxemburger Sozialstipendium bislang nicht.

Die Erklärung, jeder Einwohner Österreichs müsse die Gebühr zahlen, stimmt allerdings nicht. Im Gegensatz zur BRD, wo jeder Haushalt zur Zahlung der GEZ für ARD & ZDF (im Volksmund »Allgemeiner Regierungs-Dummfunk« und »Zeitweilig Debiler Funk«) verpflichtet ist, braucht in Österreich nur zahlen, wer Empfangsgeräte hat. Wer keine hat, braucht auch nichts zu zahlen. Der Aufruf, keine Zeit mit der Indoktrination durch den Österreichischen Regierungsfunk ORF zu verlieren, ist der ACEL aber wohl zu politisch.

In Frankreich gibt es bei der Ermäßigung oder dem Erlaß der »taxe d‘habitation« für Studierende aus Luxemburg reine Willkür. Die einen kriegen nach der Regel »ohne regelmäßiges Einkommen« die Taxe erlassen oder ermäßigt, anderen wird sie voll abverlangt. Trotz einer Reform sind bislang wenig Verbesserungen festgestellt worden. Macron braucht Geld für die Fremdenlegion und seine Kriege in Afrika!
Die BRD braucht auch dringend Geld für Aufrüstung. So wurden Luxemburger Studierenden Verfahren angehängt mit dem Vorwurf des Steuerbetrugs, weil sie ihr Auto nach sechs Monaten nicht umgemeldet hätten. Konnte der Vorwurf der Steuerhinterziehung entkräftet werden mit dem Verweis aufs Bezahlen der Luxemburger Steuer, bleibt das Problem der Ummeldung nach sechs Monaten. Da gibt es ein EU-Reglement, das Studierende davon befreit im Studienland ihr Auto anmelden zu müssen, selbst wenn sie länger als sechs Monate dort sind. EU-Reglemente treten zum von der EU verfügten Datum in Kraft, auch wenn sie nicht in nationales Recht umgesetzt wurden, wie das hierfür in der BRD der Fall ist. Die ACEL hat aber bislang nur mit nationalen Stellen in der BRD und Luxemburg darüber verhandelt und keine Lösung erreicht.

jmj

Montag 16. September 2019