Studie zur Situation der medizinischen Berufe präsentiert:

Lage spitzt sich langsam zu

Gestern präsentierte Gewsundheitsminister Etienne Schneider (LSAP) eine im vergangenen Dezember in Auftrag gegebene Studie zur Situation um die medizinischen Berufe in Luxemburg.

Rund 17.600 Menschen sind aktuell in medizinischen Berufen hierzulande tätig, wovon 2.331 Ärzte sind. Letztere seien mit einem recht hohen Durchschnittsalter von 53 Jahren bereits nah an der Pensionierung und es hapert am Nachwuchs. Das führt dazu, daß viele Praxen keine Neupatienten mehr annehmen oder die Wartezeiten auf eine Konsultation sich enorm in die Länge ziehen. Hausbesuche zählen ebenfalls immer häufiger zur absoluten Ausnahme. Bis zum Jahre 2034 sind zwischen 55 und 87 Prozent der derzeit tätigen Ärzte in Rente. Jedes Jahr steige zudem die Zahl der ausländischen Mediziner, die in Luxemburg tätig sind. Das helfe, kurzfristig personelle Löcher zu stopfen, mache das medizinische System in Luxemburg allerdings auch anfällig und abhängig von außerhalb.

Deshalb gehe es nun darum, die medizinischen Berufe insbesondere für Einheimische attraktiver zu gestalten, um die aktuell bereits angespannte Lage nicht zu einem echten Engpaß werden zu lassen. Dies soll durch einen nationalen Plan geschehen, welcher etwa mit Reformen bei der Ausbildung des Pflegepersonals aufwarten soll. Das Gesundheitssystem müsse mit Blick auf die steigenden Einwohnerzahlen und der wachsenden Lebenserwartung den aktuellen und zukünftigen Anforderungen angepaßt werden, so Schneider.

Der vorgesehene Plan soll auf 15 Jahre hinaus den Bedarf und die Menschen »um Terrain« zusammenführen. Dazu gehöre auch, mehr Schulabsolventen für ein Studium oder eine Ausbildung im medizinischen Bereich zu begeistern. Bereits in den Schulen müsse deshalb begonnen werden, Werbung zu machen. Dazu müßten allerdings die Berufe selbst attraktiver gemacht werden.

Die Studie ergab außerdem, daß der allgemeine Gesundheitszustand der Bevölkerung gut sei.

CK

(Foto: MSAN)

Dienstag 8. Oktober 2019