94 Beschäftigte sollen auf die Straße gesetzt werden

Verhandlungen über Sozialplan bei RTL Group gescheitert

Ende August dieses Jahres hatte RTL Group, Tochterunternehmen des deutschen Bertelsmann-Konzerns, mitgeteilt, die Konzernzentrale in Luxemburg werde stark verkleinert.

Am 2. Oktober ließ das Unternehmen dann die Katze aus dem Sack: Von den 112 Arbeitsplätzen, sollen 94 abgebaut, beziehungsweise nach Köln ausgelagert werden.
Gestern nun informierte der OGBL darüber, dass die Verhandlungen über einen Sozialplan nach acht Verhandlungsrunden gescheitert seien. Das Management von RTL Group verließ den Verhandlungstisch noch vor Ablauf der gesetzlichen Frist.
Die Verhandlungsführer der Beschäftigten hatten unter anderem Entschädigungen gefordert, die dem Rekordgewinn des ersten Halbjahres von 443 Millionen Euro Rechnung tragen müssten, was vom Management jedoch abgelehnt wurde, obwohl zuvor versprochen wurde, man werde sich »großzügig« gegenüber den Beschäftigten zeigen, die auf die Straße gesetzt werden.

Demnächst wird sich das Nationale Schlichtungsamt mit dem Streitfall befassen müssen.
Zu klären bleibt weiter, ob das Abkommen, das am 31. März 2017 zwischen dem Luxemburger Staat und RTL Group, CLT-UFA und Bertelsmann abgeschlossen wurde und in welchem unter anderem festgehalten wurde, dass die Konzernzentrale der RTL-Gruppe in Luxemburg bleiben müsse, mit der Massenentlassung noch eingehalten wird. Was bleiben wird, ist eine leere Hülle als Konzernzentrale: Verschiedene Abteilungen werden mit einem einzigen Mitarbeiter besetzt bleiben, andere werden gänzlich verschwinden.

Allerdings wird das Abkommen bis heute in wesentlichen Punkten geheim gehalten, so dass nicht einmal die Chamber davon Kenntnis hat, obwohl RTL bis 2023 Jahr für Jahr bis zu 10 Millionen Euro aus dem Staatshaushalt bekommt, um das luxemburgische Fernsehprogramm von RTL zu betreiben.

Der OGBL forderte am Mittwoch die Regierung und die anderen unterzeichnenden Parteien dazu auf, die unter Verschluß gehaltenen Klauseln sofort öffentlich zu machen. »Der geplante Entlassungsprozeß muss sofort gestoppt werden, insofern dieser nicht vertragskonform ist«, hieß es seitens der Gewerkschaft.

A.R.

Mittwoch 30. Oktober 2019