Amazon Luxemburg lagert 50 Arbeitsplätze aus

Der Online-Händler Amazon, dessen Luxemburger Niederlassung auf dem Kirchberg angesiedelt ist, will in nächster Zeit knapp 50 Arbeitsplätze auslagern.

Den Beschäftigten, die in einem Übersetzungsdienst arbeiten, wurde mitgeteilt, dass ihre Arbeitstelle sich ab Sommer in der Slowakei und Spanien befinden werde. Wer nicht gehen will, wird hierzulande weiter beschäftigt, aber in einer anderen Funktion – will heißen, unter weniger günstigen Arbeits- und Lohnbedingungen.
In Luxemburg arbeiten gegenwärtig knapp 2.200 Menschen für den Online-Händler aus den USA.

Amazon geriet in Luxemburg in die Schlagzeilen, als im Rahmen der sogenannten »Luxleaks«-Affäre bekannt wurde, dass das Steueramt im Auftrag der Regierung im Jahre 2003 mit Amazon eine Steuervereinbarung abgeschlossen hatte, welche es dem Konzern möglich machte, im Laufe der Jahre bis zu 250 Millionen Euro zu sparen.

Diese Praktiken stießen selbst der EU-Kommission, die ansonsten immer bemüht ist, Direktiven im Interesse des Groß- und Finanzkapitals auszuarbeiten, sauer auf. Sie hatte daher entschieden, dass Luxemburg die »unzulässigen Steuervergünstigungen« in Höhe von 250 Millionen Euro zuzüglich Zinsen von Amazon zurückverlangen müsse.
Die Regierung lehnte ab, machte geltend, Amazon sei nicht bevorzugt behandelt worden und befasste den Europäischen Gerichtshof mit der Angelegenheit. Ein Urteil steht noch aus.

Luxemburg hatte seinerzeit sogenannte »Rulings« mit mindestens 343 Konzernen, darunter Amazon, abgeschlossen, die es den Konzernen möglich machten, Milliarden Steuern zu sparen.

A.R.

Ali Ruckert : Dienstag 5. November 2019