Statistisches Amt revidiert Inflationsprognosen für 2019 und 2020 nach unten

Indextranche wird diesen oder nächsten Monat erfallen

Diese Woche revidierte das statistische Amt seine Prognose was die Entwicklung der Inflationsrate angeht, weiter nach unten. Laut Statec ist für 2019 mit einer Inflationsrate von 1,7 Prozent zu rechnen, für 2020 mit einer solchen von 1,6 Prozent. Das ist eigentlich eine gute Nachricht für die Lohnabhängigen und Rentner, da ihre Kaufkraft somit weniger schnell abnimmt, es sei denn, sie haben es zum Beispiel mit Mieterhöhungen zu tun, die deutlich über der Inflationsrate liegen.

Das statistische Amt begründet die Korrektur damit, dass die Kerninflation, für deren Berechnung die Preise für Lebensmittel und Energie ausgeklammert werden, zurückgeht, der Preisdruck nachgelassen hat und die Konjunktur schwächelt.
Während der vergangenen Monate war die Inflationsrate rückläufig in Luxemburg, was insbesondere mit dem (vorübergehenden?) Preisverfall bei Erdöl zu tun hat, der zuvor deutlich teurer war. Mit 1,2% ist die Jahresinflationsrate im Oktober in Luxemburg aber immer noch deutlich höher als in der Euro-Zone (0,7%).

Das statistische Amt geht davon aus, dass die Indextranche, die voraussichtlich in diesem Monat erfallen wird, so dass die Löhne im Dezember um 2,5 Prozent an die Preisentwicklung angepasst werden, die Kerninflation stimulieren wird, eine Entwicklung, welche der ab dem 1. März 1920 anstehende kostenlose öffentliche Transport wettmachen dürfte.

Die niedrigere Prognose für die Kerninflation (1,8% für 2019 und 1,6% für 2020) rechtfertigt das statistische Amt mit der wirtschaftlichen Abschwächung und billigeren Importen. Im August wurden noch 2 Prozent für 2019 und 1,9% für 2020 prognostiziert.

Auch die Prognose für die allgemeine Inflation fällt gegenwärtig niedriger aus: 1,7 statt 1,9% für 2019 und 1,6 statt 1,7% für 2020. Aber aufgrund der Volatilität der Erdölpreise, Veränderungen im Währungsbereich und Spekulationsgeschäften an den Lebensmittel- und Rohstoffbörsen kann das sich rasch ändern.

Wegen der Volatilität der Erdölpreise hat das Statec gleich drei Szenarien entwickelt, von denen das mittlere Szenario voraussetzt, dass der Preis für ein Barrel Rohöl der Sorte Brent während der verbleibenden zwei Monate im Jahr 2019 quasi unverändert bleibt und 2020 im Durchschnitt 63 Dollar betragen wird. Gestern lag der Preis bei knapp 62,50 Dollar.

Die zwei anderen Szenarien fußen auf der Annahme, dass ein Liter Rohöl, Im Vergleich zum mittleren Szenario, um einen Dollar pro Monat billiger, beziehungsweise teurer wird.
Sollte das mittlere Szenario eintreten, wird es 2020 keine Indextranche geben. Würde der Rohölpreis während der nächsten drei Wochen deutlich fallen, würde sich der Erfall der für November 2019 angekündigten Indextranche um einen Monat verschieben, so dass die Löhne erst im Januar angepasst würden.

A.R.

Wegen der Volatilität der Erdölpreise hat das Statec gleich drei Szenarien was die mögliche Inflationsrate angeht, entwickelt, von denen das hier abgebildete mittlere Szenario voraussetzt, dass der Preis für ein Barrel Rohöl der Sorte Brent während der verbleibenden zwei Monate im Jahr 2019 quasi unverändert bleibt und 2020 im Durchschnitt 63 Dollar betragen wird
(Grafik aus Statnews 33/19)

Donnerstag 7. November 2019