Neue Kampagne von SOS Faim zu Afrika provoziert:

»Se sollen eens ginn!«

In den vergangenen Wochen hatte eine Plakatkampagne der Hilfsorganisation SOS Faim für einige Aufregung und sogar Anzeigen wegen rassistischen Umtrieben bei der Polizei gesorgt.

Zunächst begrüßte SOS-Faim-Direktor Thierry Defense am Dienstagmorgen diese Reaktionen ausdrücklich. Sie würden zeigen, daß Rassistische oder xenophobe Inhalte in Luxemburg nicht gern gesehen oder toleriert würden. Anschließend klärte er auf, was es mit dieser Aktion auf sich hatte: Sie war erst die Einleitung zur eigentlichen neuen Kampagne der Organisation, welche zum Ziel hat, darüber aufzuklären, daß Afrika keineswegs, wie es eine immer noch verbreitete Meinung ist, wie selbstverständlich abhängig von Europa sei und daß es den Menschen dort schlicht an den Möglichkeiten fehle, sich und ihre Länder auf eigene Füße zu stellen. Dazu gehören laut Defense etwa das Recht auf Boden, Wasser und finanzielle Mittel. Eben alles, damit die Menschen dort von alleine und ohne Abhängigkeit von Europa oder anderen Kontinenten »eens ginn«.

Die Fotografien von Menschen im Benin sind bewußt authentisch gehalten, vor Ort von einem Fotografen mit Einverständnis der Personen aufgenommen und keineswegs mit Fotomodellen erstellt, wie Defense betonte. Die Plakate, welche für all die Aufregung gesorgt hatten, werden nun durch dieselben Motive, jedoch ergänzt durch das Logo von SOS Faim sowie einem erklärenden Text.

Rund 4.000 Plakate und 15.000 Flyer umfaßt die Kampagne und kostet etwa 65.000 Euro.

CK

Dienstag 19. November 2019