Neueste PISA-Studie präsentiert:

Luxemburg verliert weiter an Boden

Gestern wurden im Bildungsministerium die Zahlen der aktuellen, alle drei Jahre erhobenen, PISA-Studie vorgestellt, mit welcher die OECD (»Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung«) die Schulleistungen untersucht. Dies vor allem mit Blick auf ökonomische Interessen.

Auch in der aktuellen Erhebung ging es, wie bereits in den beiden vorangegangenen, um die Lesekompetenz der 15-jährigen Schüler. Dazu wurden aus der genannten Altersklasse 600.000 Schüler aus 79 Ländern in den Bereichen Lesen, Naturwissenschaften und Mathematik getestet. Neu war diesmal, daß die Tests in vielen Ländern am Bildschirm absolviert wurden.

Dabei kam heraus, daß insbesondere das Lesen den luxemburgischen Schülern weiterhin Kopfzerbrechen bereitet. Insgesamt verlor Luxemburg in der Tabelle 11 Punkte gegenüber der letzten Erhebung im Lesen. Bei der Mathematik war es ein Minus von 3 Punkten und bei den Naturwissenschaften 7 Punkte. Hierzulande wurden die Tests voll umfänglich am PC durchgeführt. Luxemburg kommt dabei auf insgesamt 470 Punkte. Punktgleich mit Israel, vor der Ukraine und der Türkei und hinter Island und Belarus.

An der Spitze steht China mit 555 Punkten. Der OECD-Durchschnitt liegt bei 487 Punkten. Eine neue Ohrfeige also für das luxemburgische System, welche von den Verantwortlichen allerdings mit dem Argument der Sprachensituation abgetan wird, obwohl der Test in mehreren Sprachen zur Auswahl stand. Immerhin liege der Anteil der Kinder mit Migrationshintergrund im OECD-Durchschnitt bei nur 13 Prozent und in Luxemburg bei 55 Prozent.

Zukünftig solle hierzulande deshalb der Test in den einzelnen Kategorien in den unterschiedlichen Sprachen absolviert werden können. So etwa Lesen in Deutsch und Mathe etwa in französischer Sprache.

Bildungsminister Meisch erklärte darüber hinaus, daß man aufgrund der Sprachensituation in Luxemburg auch nicht mehr alle 3 Jahre teilnehmen wolle, sondern nur noch alle 6 Jahre.

Insbesondere beim Lesen offenbarten sich weitreichende Defizite bei rund einem Viertel der Teilnehmer.

CK

Christoph Kühnemund : Dienstag 3. Dezember 2019