Worauf bei der Arbeitszeitregelung zu achten ist

Flexibilisierung und maximale Deregulierung der Arbeitszeitregelung haben dazu geführt, dass eine genaue Übersicht den Schaffenden immer schwerer fällt.

Sieht der Kollektivvertrag keine niedrigeren Grenzen vor, so gelten als normale Arbeitszeiten nach wie der 8-Stundentag und die 40 Stundenwoche. Die in der Praxis angewandten Arbeitsmodelle sehen jedoch vielfach anders aus. Zumal das PAN-Gesetz es den Betrieben durch Einführen eines Arbeitsorganisationsplans (POT) oder einer Gleitzeitregelung ermöglicht, einen Bezugszeitraum (Referenzperiode) von bis zu vier Monaten festzulegen, während dem die Lohnabhängigen angehalten werden können über die oben genannten Grenzen hinaus zu arbeiten. Wobei allerdings maximale Arbeitszeiten von 10 Stunden am Tag und 48 Stunden die Woche nicht überschritten werden dürfen.

Auch müssen allen Mitarbeitern folgende Mindestruhezeiten garantiert sein: 11 aufeinanderfolgende Stunden pro Zeitraum von 24 Stunden und 44 aufeinanderfolgende Stunden pro Zeitraum von sieben Tagen. Beträgt die Tagesarbeitszeit mehr als sechs Stunden, so hat darüber hinaus jeder Schaffende zusätzlich Anspruch auf vergütete oder nicht vergütete Ruhezeiten.

Ausnahmen und spezielle Regelungen

Diese oben genannten gesetzlichen Arbeitszeiten gelten jedoch weder für Telearbeit, noch für Familienunternehmen, Direktoren, leitende Angestellte, Handelsreisende, Handelsvertreter und Beschäftigte von Binnenschifffahrtsunternehmen.

Hinzu kommt, dass für Fahrer von Speditionsfirmen, Mitarbeiter in Pflegeeinrichtungen, Genesungsheimen, Waisenhäuser, Ferienlagern, Internaten sowie für Beschäftigte im Hotel- und Gastronomie-Bereich spezielle Regelungen gelten.

Referenzperioden

Vor Einführung eines Arbeitszeitorganisationsplans (POT) oder einer Gleitzeitregelung muss im Vorfeld ein Bezugszeitraum (Referenzperiode) festgelegt werden, während der länger als acht Stunden am Tag und 40 Stunden die Woche gearbeitet werden darf.

Genau darauf zu achten ist, dass während der Referenzperiode die durchschnittliche wöchentliche Arbeitszeit während vier aufeinanderfolgen Wochen nicht mehr als 40 Stunden die Woche betragen und die maximal zulässige Arbeitszeit von 10 Stunden am Tag und 48 Stunden die Woche nicht überschritten werden darf.

Fallen Überstunden an, so müssen diese als solche vergütet oder durch Freistunden ausgeglichen werden. Als Überstunden gelten seit der rezenten Reform des PAN-Gesetzes Arbeiten, die pro Monat folgende Prozentsätze überschreiten: 12,5 Prozent der normalen gesetzlichen oder im Tarifvertrag vorgesehenen monatlichen Arbeitszeit bei Anwendung eines Bezugszeitraums (Referenzperiode) zwischen einem bis zu 3 Monaten, sowie 10 Prozent der normalen gesetzlichen oder im Tarifvertrag festgehaltenen Arbeitszeit bei Anwendung einer Referenzperiode zwischen 3 Monaten und bis zu 4 Monaten.

Zusatzurlaub

Wichtig zu erwähnen ist, dass Beschäftigte, deren Arbeitsweise durch einen nicht im Tarifvertrag vorgesehenen Arbeitsorganisationsplan geregelt wird, Anrecht auf nachstehenden Zusatzurlaub haben; anderthalb Tage pro Jahr bei einem Bezugszeitraum (Referenzperiode) von einem und bis zu zwei Monaten, drei Tage pro Jahr bei einem Bezugszeitraum von zwei und bis zu drei Monaten, und dreieinhalb Tage pro Jahr bei Referenzperioden von drei bis zu vier Monaten.

POT

Der Arbeitsorganisationsplan muss folgende Angaben enthalten:

– Beginn und Ende des Bezugszeitraums und des Arbeitsorganisationsplans;

– die normalen Arbeitsstunden, also Beginn und Ende der täglichen Arbeitszeit sowie die Anzahl der pro Tag und pro Woche zu leistenden Arbeitsstunden;

– Feiertage und Urlaubstage, Tage, an denen der Betrieb geschlossen ist sowie die wöchentliche Ruhezeit von mindestens 44 aufeinanderfolgenden Stunden pro Woche, geschuldeter Ausgleichsurlaub, falls diese Ruhezeit nicht eingehalten wird.

g.s.

Gilbert Simonelli : Freitag 7. Februar 2020