Internetnutzer am Haken

37 Prozent der luxemburgischen Nutzer bemerkten 2019 Sicherheitsrisiken im Internet: Meist betrügerische Nachrichten und Umleitung auf gefälschte Seiten

Wie das Statistikamt der EU am Dienstag anläßlich des diesjährigen »Safer Internet Day« mitgeteilt hat, haben in Luxemburg 37 Prozent der Nutzer im vergangenen Jahr Sicherheitsrisiken beim Surfen im Internet festgestellt. Damit liegt Luxemburg leicht über dem Durchschnitt der 27 EU-Staaten (32 Prozent). Ein Drittel aller 16- bis 74-jährigen Nutzer in der EU habe im vergangenen Jahr sicherheitsrelevante Vorfälle bei der privaten Nutzung des Internnets beobachtet, so Eurostat.

Phishing weit verbreitet

25 Prozent der Befragten gaben demnach an, sogenannte Phishing-Mails erhalten zu haben. Phishings, eine Wortschöpfung aus »password« und »fishing«, sind Betrugsversuche mit gefälschten E-Mails, die darauf abzielen, Paßwörter abzufischen. Weil die Betrüger meist im Ausland sitzen, ist es fast unmöglich, der Gefahr mit der nationalen Strafverfolgung zu begegnen. Auch technische Schutzmaßnahmen wie die Installierung einer Antivirensoftware und moderne Webbrowser können das Problem nur mildern. Man sollte also auf der Hut sein und potentiell gefährliche E-Mails, die meistens einen Virus im Anhang haben, ungeöffnet in den virtuellen Papierkorb zu verschieben und anschließend ganz vom Computer zu entfernen. Keinesfalls sollten die Anhänge wie Zip- oder Exe-Dateien geöffnet werden!

Eine Weiterentwicklung des klassischen Phishings ist das Pharming, also die Umleitung auf gefälschte Webseiten, auf denen dann Paßwörter abgefragt werden. Diese Betrugsmethode basiert auf einer Manipulation der DNS-Anfragen von Webbrowsern. Pharming wurde als zweithäufigstes Sicherheitsrisiko angegeben. Rund zwölf Prozent aller Internetnutzer in EU-Europa waren laut Eurostat davon betroffen. Auch in Luxemburg wurden diese beiden Betrugsmaschen als häufigste Bedrohungen angegeben. Mit 28 Prozent liegt auch hierzulande Phishing auf dem ersten Platz und Pharming mit 13 Prozent auf Platz 2. Jeweils drei Prozent der Internetnutzer in Luxemburg meldeten im vergangenen Jahr eine mißbräuchliche Verwendung einer ihrer Bankkarten oder ihres E-Mail- oder Kontos in vermeintlich »sozialen« Netzwerken wie z.B. Instagram oder Facebook.

Die meisten Sicherheitsprobleme wurden 2019 in Dänemark beobachtet, wo die Hälfte aller Internetnutzer Vorfälle meldete. An zweiter Stelle liegt Frankreich mit 46 Prozent, darauf folgen Schweden mit 45 Prozent, Malta und die Niederlande (je 42 Prozent), Finnland (41 Prozent) und Deutschland (40 Prozent). Am wenigsten sehen sich Internetnutzer in Litauen betroffen. In dem baltischen Land gaben nur sieben Prozent an, sicherheitsrelevante Vorfälle festgestellt zu haben. Im EU-Vergleich geringe Werte ergaben sich auch in Polen mit neun Prozent, in Lettland mit zehn Prozent sowie in Bulgarien und Griechenland mit jeweils 13 Prozent.

Die EU-Kommission hat den 11. Februar zum »Safer Internet Day« erklärt. Mit der Initiative soll das Bewußtsein für Sicherheit im Internet gestärkt und vor allem bei Kindern und Jugendlichen ein verantwortungsvoller Umgang mit Online-Technologien und internetfähigen Mobiltelefonen gefördert werden.

oe

25 Prozent aller Internetnutzer in der EU geben an, 2019 Phishing-Mails erhalten zu haben (Foto: dpa)

Oliver Wagner : Dienstag 11. Februar 2020