»Mit wissenschaftlicher Sorgfalt handeln«

Kubanische Wissenschaftler arbeiten an der Entwicklung eines Impfstoffs gegen COVID-19

Das Zentrum für Gentechnik und Biotechnologie (CIGB) in Kuba verfügt nun über ein Impfstoffdesign, das gegen das neue Sars-CoV-2-Coronavirus, das COVID-19 verursacht, eingesetzt werden könnte.
Der Direktor der biomedizinischen Forschung am CIGB, Gerardo Guillén, sagte, daß man derzeit an dem methodischen und gestalterischen Teil des Medikaments arbeite.
»Der Vorteil dieses Impfstoffs besteht darin, daß er die vom CIGB entwickelte Plattform nutzt, auf der wir mit virusähnlichen Partikeln arbeiten, die eine große Kapazität zur Stimulierung des Immunsystems haben«, sagte der kubanische Forscher.
Eine weitere Plattform, so Guillén, sei die nasale Immunisierung, wobei zu berücksichtigen sei, daß Kuba Erfahrung hat, weil das kubanische Gesundheitswesen über einen bereits registrierten Impfstoff verfügt.
Er fügte hinzu, daß diese Plattform Vorteile für die Entwicklung eines Medikaments gegen das neue Coronavirus habe, da COVID-19 eine Krankheit sei, die durch die Nase übertragen wird.

Der Wissenschaftler erläuterte den chinesischen Behörden den Vorschlag, den Impfstoff zusammen mit dem gemeinsamen Forschungs- und Entwicklungszentrum in China herzustellen. Dieses Zentrum befindet sich in der Stadt Yongzhou in der Provinz Hunan, und laut Guillén hat die Einrichtung aufgrund der Pandemie große Erfahrungen mit dem neuen Virus und verfügt zudem über Labors mit einem hohen Eindämmungsniveau.

Der kubanische Forscher verwies auch auf das Ausmaß der Mutationen des neuen Coronavirus. In diesem Zusammenhang merkte er an, daß bei einer Mutation die Virulenz zu- oder abnehmen kann. Ebenso hob er den Einfluß der ethnischen Gruppen hervor, in denen verschiedene Gruppen unterschiedlich auf die Krankheit und auf Behandlungen reagieren können.

Bezüglich der Spekulationen darüber, ob und wie Hitze die Übertragung der Infektion vermindern kann, sagte das Mitglied der Kubanischen Akademie der Wissenschaften, daß einige Publikationen zwar bestätigen, daß hohe Temperaturen das Virus beeinflussen, dies aber nicht bedeutet, daß es eliminiert wird. »Wir müssen mit wissenschaftlicher Sorgfalt handeln, und wir können nicht darauf spekulieren, daß das Klima die Ausbreitung der Krankheit verhindert«, sagte er.

Aus diesem Grund bekräftigte er die Bedeutung des Beitrags der Bevölkerung und der Beobachtung der Überwachungs- und Isolierungsmaßnahmen zur Eindämmung der Übertragung von COVID-19.

(Prensa Latina/ZLV)

Der Direktor der biomedizinischen Forschung am CIGB, Gerardo Guillén (Foto: PL)

Montag 23. März 2020