Phase 2 im Kampf gegen CoVid-19 hat begonnen

Regionale Auffangzentren werden nach und nach einsatzbereit

Am Sonntagnachmittag informierte Gesundheitsministerin Paulette Lenert über den aktuellen Stand der Dinge in der CoVid-19-Krise und erklärte, Luxemburg befände sich ab Montag, also gestern, in der zweiten Phase. Dies bedeute, daß nun nicht mehr verstärkt auf die Maisons médicales für die Erstkonsultation von Patienten, sondern nun auf telefonische und Videokonsultation mit den Allgemeinmedizinern gesetzt werde. Je nachdem, welche Symptome sich und in welcher Intensität zeigen, werden die Betroffenen dann in eine der vier neuen Auffangstrukturen eingewiesen werden, welche derzeit entstehen oder bereits einsatzbereit sind.

Seit gestern bereits ist das Aufnahmezentrum in der LuxExpo auf dem Kirchberg einsatzbereit, Heute soll das Aufnahmezentrum in der Escher Rockhal seine Türen für Patienten öffnen und im Laufe der Woche dann die Zentren in der Ettelbrücker Deichhalle sowie im Kulturzentrum in Grevenmacher. Das Aufnahmezentrum in Colpach ist ebenfalls einsatzbereit.

Man rechne mit einer großen Zahl an infizierten Personen, so Lenert und man wolle vorbereitet sein. Außerdem lobte sie die Bürger, welche innerhalb von einer relativ kurzen Zeit den Ernst der Lage verstanden hätten und die nötigen Maßnahmen weitestgehend befolgen würden.

875 positiv gestestet

Am Montagabend lag die Zahl der positiv getesteten Personen bei 875 Menschen. Der Stand von 8 Todesfällen blieb unverändert.

Vom Gesundheitsministerium wird es in der nächsten Woche eine App geben, mit deren Hilfe die einzelnen Patienten betreut werden sollen. Hauptziel sei es weiterhin, die Infektionskurve möglichst flach zu halten, damit das Gesundheitswesen nicht überlastet werde. Deshalb bleibe die Aufforderung bestehen, daheim zu bleiben und alle Situationen, welche ein Ansteckungsrisiko bergen könnten, nach Möglichkeiten zu vermeiden.

Lenert erklärte, daß sich viele Menschen, die jetzt noch in kontaktreichen Tätigkeiten arbeiten, Sorgen um ihr Ansteckungsrisiko machen würden und nach Schutzmasken fragen. Hier warte man auf die laufenden Materiallieferungen, mache aber schon jetzt klar, daß diese Materialien stark limitiert sein werden und unter Prioritätsgesichtspunkten verteilt würden.

Aufgrund der dramatischen Zuspitzung der Lage im französischen Grand-Est habe man sich, wie auch die deutschen Bundesländer Saarland, Rheinland-Pfalz und Baden-Württemberg sowie die Schweiz bereiterklärt, Patienten aus der Region aufzunehmen. Allerdings, so Lenert, nur in dem Maße, wie die hiesigen Kapazitäten dies zuließen. Bereits am Montag wurden drei Patienten von der Air Rescue von Mulhouse nach Luxemburg eingeflogen. Heute Dienstag sollen weitere vier folgen. Macron bedankte sich indes mit einem Tweet auf Twitter für die grenzüberschreitende Kooperation.

Auf Govjobs.lu wird weiterhin nach Personen mit medizinischer Vorbildung zur derzeitigen Unterstützung des medizinischen Bereichs gesucht. Aber auch andere Tätigkeiten sind dort zu vergeben.

CK

Aufbau des Auffangzentrums in der Luxexpo
(Foto: Gesundheitsministerium)

Christoph Kühnemund : Montag 23. März 2020