Und er fliegt wohl doch

Airbus will bis Jahresende mit Produktion des Militärtransporters A400M beginnen

Der europäische Flugzeughersteller Airbus will bis zum Ende dieses Jahres mit der kommerziellen Produktion des Militärtransportflugzeugs A400M beginnen. Im ersten Jahr verfüge der Konzern über die Kapazität zum Bau von vier Flugzeugen, sagte Managing Director Domingo Urena-Roso von Airbus Military am Montag in Paris. Bis 2016 werde sie auf zwei Maschinen pro Monat aufgestockt.

Erst Anfang März hatte der Airbus-Mutterkonzern EADS (European Aeronautic Defence and Space Company) grünes Licht für die Fortsetzung des A400M-Programms erhalten. Mit den sieben Abnehmerländern hatte EADS nach massivem Druck einen vermeintlichen Kompromiß im Streit um die Finanzierung der Mehrkosten für den verspäteten A400M erzielt, der letztlich nur ein tieferer Griff in die Taschen der Steuerzahler ist. Die Abnehmerländer werden nun zwei Milliarden Euro mehr für das Transportflugzeug zahlen. Darüber hinaus stellen sie zusätzlich 1,5 Milliarden Euro bereit, für die sie im Gegenzug an künftigen Exportaufträgen beteiligt werden. Sie verzichteten zudem auf alle Vertragsstrafen für die eingetretenen Verzögerungen.

Deutschland, Frankreich, Großbritannien, Belgien, Luxemburg, Spanien und die Türkei hatten bereits 2003 insgesamt 180 Maschinen zum Gesamtpreis von 20 Milliarden Euro bestellt. Die ersten A400M hätten inzwischen bereits im Einsatz fliegen sollen. Wegen technischer Probleme mußte EADS die Termine immer weiter verschieben, zudem schnellten die Kosten in die Höhe.

Nach Angaben von Airbus-Rüstungschef Urena plant das hauptsächlich von französischem und deutschem Kapital dominierte Rüstungsunternehmen, die mit Verzögerung auf den Markt gelangenden Militärtransporter weltweit zu verkaufen. Angeblich werde sogar ein Verkauf an das USA-Militär ins Auge gefaßt, hieß es. (Agenturen/jW/ZLV)

Donnerstag 18. März 2010