Der frühere Wirtschaftsminister Etienne Schneider steigt bei russischem Oligarchen ein

Aus einer Mitteilung, welche das russische Beteilungsunternehmen Sistema am 18. Mai in Moskau veröffentlichte, geht hervor, dass der frühere Wirtschaftsminister Etienne Schneider (LSAP) auf der Nominierungsliste für den Verwaltungsrat von Sistema steht, welche auf der Aktionärsversammlung am 27. Juni verabschiedet werden soll.

Systema hält Aktien von zahlreichen russischen Unternehmen aus den Bereichen Finanzen, Telekommunikation, Einzelhandel, Hochtechnologie, Holzwirtschaft, Gesundheitsbereich und Landwirtschaft.

Das börsennotierte Unternehmen ist im Besitz des Oligarchen Wladimir Jewtuschenkow, der sich nach der Zerstörung der Sowjetunion und der anschließend erfolgten Restaurierung kapitalistischer Verhältnisse in Russland Teile des öffentlichen Besitzes unter den Nagel riß. Er hält heute mehr als 64 Prozent der Aktien von Sistema und besitzt zahlreiche Unternehmen und Besitztümer in verschiedenen europäischen Ländern.

In den Verwaltungs- und Aufsichtsräten seiner Unternehmen in Luxemburg, darunter die East West United Bank, platzierte der Oligarch, der auch Luxemburger Hono­rar­konsul in Russland ist, mehrere Familienangehörige.

Die Nominierung von Schneider für den Verwaltungsrat von Sistema, dem zuvor bereits der frühere Wirtschaftsminister Jeannot Krecké (LSAP) angehörte, ist keine Überraschung und bewahrheitet eigentlich nur das Sprichwort: »Sage mir mit wem du umgehst, so sage ich dir, wer du bist«.

A.R.

(Foto: Archiv ZLV)

Dienstag 19. Mai 2020