So funktioniert Kapitalismus:

Der Anteil der Reichen am Gesamteinkommen in Luxemburg wächst immer weiter

Die ungerechte Einkommensverteilung zwischen Kapital und Arbeit ist nicht nur die Hauptursache für die bestehenden sozialen Ungleichheiten in Luxemburg, sondern wächst weiter zu Lasten der Lohnabhängigen.

Aber auch die Ungleichheiten bei den Einkommen der Haushalte werden seit 2005 immer größer, so dass Luxemburg inzwischen in der EU zu den Ländern mit den größten Ungleichheiten gehört – eine Entwicklung, welche die Renten und Sozialtransfers immer weniger bremsen.

In ihrem Bulletin »Econews« (5/2020) hält die »Chambre des salariés« (CSL) fest, dass das Äquivalenzeinkommen der 10 Prozent ärmsten Haushalte zwischen 2005 und 2018 lediglich um 1,6 Prozent im Jahr anstieg.

Das ist weniger als der Durchschnitt der Euro-Zone (1,9 Prozent) und weitaus weniger als in unseren Nachbarländern Belgien und Frankreich.
Am anderen Ende der Einkommenstabelle stieg das Äquivalenzeinkommen der 10 Prozent reichsten Haushalte hingegen um 4 Prozent im Jahr. In Deutschland waren es 3 Prozent, in Belgien, Frankreich um in der Euro-Zone 2,5 Prozent.
Die Reichsten werden damit nicht nur immer reicher, sondern sie vergrößern auch Jahr für Jahr ihren Anteil am Gesamteinkommen.

Den Berechnungen der CSL zufolge, ging der Anteil der ärmsten Haushalte am Gesamteinkommen während der vergangenen 13 Jahre um 3,3 Prozent im Jahr zurück, während der Anteil der Reichsten pro Jahr um 1,1 Prozent anstieg.
Die »Chambre des salariés« stellt fest, dass der Anteil der unteren 30 Prozent der Bevölkerung am Gesamteinkommen inzwischen von 41,4 auf 36,4 Prozent zurückgegangen ist, während die zehn Prozent der reichsten haushalte ihren Anteil auf 40,4 Prozent erhöhten.

Dies ist nicht die Folge einer Naturerscheinung, sondern der bestehenden politischen und wirtschaftlichen Verhältnisse, welche die ungerechte Einkommensverteilung nicht nur immer wieder reproduzieren, sondern sie verschärfen. So funktioniert Kapitalismus.

A.R.

Ali Ruckert : Donnerstag 25. Juni 2020