Statec rechnet mit sinkendem BIP im ersten Trimester

Die Jahreswirtschaftsleistung ist nach ersten Schätzungen des Statec im ersten Trimester 2020 um 0,2 Prozent gegenüber den ersten drei Monaten des Vorjahres zurückgegangen, hieß es am Montag vom Nationalen Statistikamt. Gegenüber dem letzten Trimester 2019 sei das Bruttoinlandsprodukt (BIP) von Anfang Januar bis Ende März sogar um 2,9 Prozent gesunken.

Gleichzeitig korrigierte der Statec die Werte des vergangenen Jahres: Statt der prognostizierten 2,9 sei das luxemburgische BIP im zweiten Trimester 2019 um 3,1 Prozent gestiegen, im dritten um 3,0 statt um 2,8 Prozent, während das BIP im Schlußtrimester nur um 3,0 statt der erwarteten 3,1 Prozent gestiegen sei.
Bis Ende März – der mittlerweile wieder gelockerte allgemeine Lockdown galt erst seit gut zwei Wochen – konnte dem Statec zufolge nur der Informations- und Kommunikationssektor, wo die Wirtschaftsleistung nach Angaben des Statec um 5,0 Prozent zulegte, von der Coronakrise profitieren, leichte Zuwächse wurden sonst nur noch bei den »Immobilienaktivitäten« mit einem Plus von 1,3 Prozent und im Sektor Landwirtschaft, Weinbau und Fischerei mit plus 0,7 Prozent verzeichnet.

Am größten war der coronabedingte Absturz wie erwartet bei Dienstleistungen für Unternehmen und Vermietungen, wo der Statec von minus 6,1 Prozent ausgeht, gefolgt von minus 5,4 Prozent im Sektor Handel, Transport, Hotels und Gaststätten.
Das Minus im Industriesektor, zu dem auch Energieerzeugung und Wasserverteilung gehören, gibt das Statistikamt mit 3,4 Prozent an, während es im Bausektor in den ersten drei Monaten um 3,3 Prozent nach unten ging. Im Finanz- und Versicherungssektor lag das Minus bei 2,9 Prozent und um 2,3 Prozent ging die Nachfrage nach sonstigen Dienstleistungen zurück.

Weil gerade in Krisenzeiten ein gutfunktionierender öffentlicher Dienst gebraucht wird, ging die Wirtschaftsleistung in den Bereichen öffentliche Verwaltung, Erziehungs- und Gesundheitswesen zusammengenommen um nur 0,3 Prozent zurück, schreibt der Statec.

oe

Oliver Wagner : Montag 29. Juni 2020