Kollektivurlaub im Bauwesen, aber 119 Sondergenehmigungen

Mit dem Beginn des Kollektivurlaubs im Bauwesen ruhen seit dem gestrigen Freitag die meisten Baustellen im Hoch- und Tiefbau in Luxemburg. Die Bauferien für knapp 20.000 Beschäftigte dauern bis zum 23. August einschließlich.

Weniger Aufsehen erregen die Bauferien im Winter. Die werden sich in diesem Jahr auf die Zeit zwischen dem 19. Dezember und dem 6. Januar 2021 beschränken.
Kollektivurlaub im Sommer gibt es aber auch für die Beschäftigten der Bereiche Sanitärinstallation sowie Heizungs-, Lüftungs- und Klimainstallationen und Gipser.
Für die Baugewerbe, die nicht unter einen Kollektivvertrag fallen – Aufzugbauer, Fliesenleger, Elektriker, Maler, Dachdecker, Klempner, Zimmerer, Dämmarbeiter und Glaser – gibt es hingegen keine zwingenden kollektiven Bauferien.

Ganz ruht der Bau aber nicht während des Kollektivurlaubs, denn die Gewerbeinspektion vergibt Sondergenehmigungen, damit dringende Arbeiten über den Sommer fortgeführt, beziehungsweise fertiggestellt werden können – zum Bauspiel in Schulen. In diesem Jahr erteilte die ITM insgesamt 119 Sondergenehmigungen, auch für wichtige Baustellen im Straßenbau.

Verhandlungen zwischen den Bauunternehmern und den Gewerkschaften, nach dem Ausfall von 23 Arbeitstagen infolge der Gesundheitskrise, den Kollektivurlaub ausfallen zu lassen oder zumindest flexibler zu gestalten, scheiterten. Das Patronat wollte den Urlaub auf eine Woche und längere Wochenenden beschränken und einen Teil des Urlaubs ausbezahlen, während die Gewerkschaften vorgeschlagen hatten, dass die Bauarbeiter zwischen dem 15. Juli und dem 15. September ununterbrochen drei Wochen Urlaub machen könnten, so dass die Baustellen nicht geschlossen würden.

Anders als in der Vergangenheit üblich, werden in diesem Jahr bedeutend weniger portugiesische Bauarbeiter den Kollektivurlaub nutzen, um mit ihren Familien Richtung Lissabon zu fahren, beziehungsweise zu fliegen.

(ZLV)

Freitag 31. Juli 2020