Aus dem Gemeinderat der Stadt Esch/Alzette:

Aufwertung in Lallingen

Für die Infrastrukturen der 92 Escher Sportvereine und die LASEP mit ihren 937 teilnehmenden Kindern plant der Schöffenrat in Fortsetzung von Bisherigem viel. Schließlich ist der Bürgermeister selbst für Sport und Finanzen zuständig. Für die Hiehl wird ein »Pumptrack« versprochen, wie es ihn in Zessingen gibt. Der »Generatiounegart« beim CIPA soll 9 Trainings-Maschinen und ein Schachspiel erhalten.

Ausfinanzierte Projekte beginnen mit 8,95 Mio. fürs Parkingsilo des »Centre Omni­sports Henri Schmitz« in Lallingen mit 209 Stellplätzen und Photovoltaik am Dach, dann um 0,58 Mio. fürs Weglegen der Infrastrukturen unterm Bauplatz für die dort geplante Halle 3. Für das gesamte Renovierungs- und Vergrößerungsprojekt soll bald das detaillierte Projekt vorgelegt werden.

Die LSAP kritisiert, daß das neue Verkehrskonzept in Lallingen weder mit der Bevölkerung noch mit dem Gemeinderat diskutiert wurde, nicht einmal in der Verkehrskommission. Sie fordert darüber hinaus ein solcherart zustande zu bringendes Gesamtverkehrskonzept für Esch. Die LSAP findet, es wäre gescheit, eine Etage mehr aufs Parksilo zu setzen angesichts der Parkplatzmisere im Viertel und des vergrößerten Hallenangebots. Das auch wenn es dafür im Gegensatz zu den Sportinfrastrukturen keine Subvention vom Staat gibt. Die CSV findet, da 1000 Parkplätze vom Cactus gebaut würden, kämen genug in Lallingen zusammen, weswegen mehr als die 209 bei der Sporthalle nicht nötig seien. Schließlich solle mehr auf die sanfte Mobilität gesetzt werden.

Es kommen nur 40 Parkplätze hinzu, hält am Ende Henri Hinterscheid (LSAP) fest, um die Forderung nach noch 100 Stellplätzen im Silo zu unterstreichen. Angesichts des Zuparkens aller Kreisverkehre in der Umgebung bei Veranstaltungen reichten 209 Plätze sicher nicht, womit die Enthaltung beim Kostenvoranschlag begründet ist. Daraufhin erklärt Bürgermeister Mischo, er habe gar kein Problem damit, noch eine Studie zu machen und eventuell ein Stockwerk draufzusetzen, wenn das das Viertel entlaste.

Alle begrüßen, daß die Lallinger Sporthallen am Ende behindertengerecht sein werden – das heißt neuerdings »Handi-Sport«, was nach Mobiltelefon klingt, und dafür will Esch nationales Zentrum werden. Abkürzungen sind eine Pest! Rat Codello sorgt sich um die Kosten der begrünten Fassaden.

Das Verkehrskonzept komme in die Verkehrskommission erst wenn das Reglement so weit ist, daß es in die öffentliche Sitzung des Gemeinderats kommt, erklärt der Bürgermeister, der also der LSAP-Forderung nicht nahetreten will nach mehr öffentlicher Debatte.

»Boule pétanque Riganelli« bekommt maximal 45.000 Euro für ein neues Dach für das allerdings ein deutlich niedrigeres Angebot über 33.909,41 Euro vorliegt. Die »Bouschéisser Esch-Uelzecht« bekommen mittels Konvention 30 Euro pro Stunde für die Bereitstellung eines Trainers. Für Prämien an junge Sportler und zur Bezahlung von Trainern werden 105.000 Euro im Budget 2021 als Subsidien eingeschrieben. Es werden auch sofort Subsidien als Ausgleich für Ausfälle verteilt am Ende der Sitzung an diverse Sportvereine.

Bildungssorgen

Die Schulorganisation wird einstimmig definitiv gestellt. Der Schöffenrat sollte sich überlegen, warum dieses Schuljahr 36 Kinder weniger da sind als im vorigen und nicht mehr bei wachsender Bevölkerung. Nur mehr 3.201 sind da, davon 22 Flüchtlingskinder.

Im Konservatorium gibt es definitiv 1.061 Eingeschriebene – absolut konstante Zahlen. Mehr wäre besser, aber das wird gar nicht angestrebt. 845 besuchen kollektive Kurse, 380 sind in verschiedenen Ensembles, 969 kriegen Einzelkurse.
Auch wenn gegenüber 2017 über 200 mehr Plätze in den Maisons Relais sind, sind dort erst 1.384 betreut, aber 1.035 auf der Warteliste – 181 mehr als im letzten Schuljahr. Mittelfristig sind aber leider bislang nur rund 800 zusätzliche Plätze unterwegs. Das reicht vorn und hinten nicht. Der Versuch des Schöffenrats, sich rauszureden mit der Meldung, die Warteliste sei nicht unbedingt ein Gradmesser, weil Leute eine Anfrage stellten, die kein reales Bedürfnis hätten, ist zurückzuweisen. Denn auch wenn z.B. eine portugiesische Großmutter da ist, die gut kocht, so ist das keine Hilfe für Integration und Schulerfolg so zwar sonst gut betreuter Kinder. Sie brauchen dafür Ganztagesbetreuung, am besten in einer Ganztagesschule, was die LSAP fordert.

Es folgt eine Konvention zum Ausleihen von Personal in den Maisons Relais mit dem Staat und eine mit der Elternschule, die maximal 140.000 Euro kriegt im Jahr.
Weil Sudstroum ihren Gewinn integral an die Gemeinde auszahlt, braucht es eine Kapitalerhöhung, und die Gemeinde finanziert die mit dem überwiesenen Gewinn. Es soll damit in Photovoltaik investiert werden. Kompliziert!

Der Schöffenrat will die Gewerbesteuer und die Grundsteuer belassen, ohne eine Bilanz vorzustellen. Ersteres geht mehrheitlich durch, das zweite einstimmig.
Rasch wird kurz vor 13 Uhr das 12,1 Mio.-Budget des CIGL durchgewunken, zu dem Esch 1,4 und der Staat 8 Mio. beiträgt. Neu ist eine touristische Dienstleistung unter dem schönen englischen Namen »Rent a Bike«.

Blitzartig wird dann auch noch das berichtigte Budget 2020 und das Budget 2021 durchgewunken. Zu hören ist nur, daß in der Covid-Zeit in Esch aber auch national die ausbezahlten Hilfen um ein Drittel zurückgingen – viele Leute hätten sich nicht vorzusprechen getraut. Es wurde ja auch gar nicht leicht gemacht, das zu tun!
Um 13 Uhr 10 läßt der Schöffenrat sich noch rasch sein Tourismus-Konzept genehmigen. Es wäre günstiger, öfter zu tagen, um nicht derart überladene Tagesordnungen zu haben, wo dann am Schluß alle damit einverstanden sind, die noch anstehenden administrative Punkte samt der Verkehrsreglemente, unter einem ohne Worte zu verabschieden.

Es war dies die letzte Gemeinderatssitzung für Henri Hinterscheid (LSAP), der seinen Rücktritt eingereicht hat. Das bringt ihm eine lobende Abschiedsrede des Bürgermeisters. 20 Jahre reichen, betont Hinterscheid zum Abschied, um einem Jüngeren Platz zu machen.

Begonnen hatte die Sitzung mit der Rückkehr von Laurent Biltgen für die Lénk statt Marc Baum.

jmj

Freitag 23. Oktober 2020