Offener Brief von SEW/OGBL und UNEL:

»Schüler und Lehrer frieren«

In einem offenen Brief an Gesundheitsministerin Lenert und Erziehungsmini­ster Meisch beklagen sich die zum OGBL gehörende Lehrergewerkschaft SEW und die Schülerunion UNEL über die angeordneten Lüftungsmaßnahmen zur Eindämmung der Coronaviruspandemie.

Regelmäßiges Lüften sei zwar eine effektive Maßnahme im Kampf gegen das Virus und werde von den Lehrkräften auch gewissenhaft durchgeführt, doch das werde bei fallenden Außentemperaturen immer schwieriger. Die Temperaturen in den Klassenräumen würden kontinuierlich sinken und die durch die geöffneten Fenster und Türen entstehende Zugluft trage ihr Übriges dazu bei, »die Unterrichtsatmosphäre als immer weniger tragbar zu bezeichnen«. Viele Lehrkräfte und Schüler würden während des Unterrichts frieren und es sei damit zu rechnen, daß die Zahl der Erkältungen zunimmt, was wiederum dazu führen werde, daß Lehrkräfte und Schüler vermehrt krankheitsbedingt ausfallen.

Für die »kalten Herbst- und Wintermonate« werden deshalb sogenannte Kohlendioxidampeln für alle Klassenräume gefordert, die anzeigen, wann gelüftet werden muß – und vor allem, »wann die Fenster geschlossen bleiben können«. Steigende Kohlendioxidwerte seien auch ein Hinweis auf mehr infektiöse Aerosole in der Raumluft, deshalb sei das kurzfristig ein probates Mittel. Langfristig solle in Lüftungssysteme investiert wird, die die Luft in den Klassenräumen austauschen und reinigen. Das sei auch der Konzentrationsfähigkeit der Schüler zuträglich und verhindere das Eindringen von Lärm, Abgasen und Pollen in die Klassenzimmer. Auch das trage zu einem besseren Lernklima bei.

oe

Freitag 23. Oktober 2020