Überdurchschnittlich viele Anträge und Personalmangel bei der Krankenkasse

Viel zu lange Wartezeiten bei Rückerstattungen

Gegenwärtig ist das Personal der Krankenkasse (CSL) stark überlastet, so dass die finanziellen Rückerstattungen an die Versicherten sich deutlich verzögern. Das geht aus der Antwort von Minister Romain Scheider auf parlamentarische Anfragen hervor.
Laut Minister Schneider gehen bei der Krankenkasse gegenwärtig pro Tag bis zu 800 Erstattungsanträge ein, was ungewöhnlich viel ist, weshalb zwischen sechs und acht Wochen benötigt werden, bevor die geschuldeten Rückzahlen erfolgen.

Gründe, weshalb es zu solch langen Verzögerungen kommt, gibt es gleich mehrere, abgesehen von der Zahl der Erstattungsanträge. Dazu zählt, dass mehr Mitarbeiter krank sind, Beschäftigte der Krankenkasse in Rente gingen (was eigentlich vorauszusehen war) und bisher nicht ersetzt wurden, und eine Reihe von Beamten sich mit größeren Vorhaben beschäftigten, die viel Personal beanspruchen.

Hinzu kommt, dass sehr viele Anfragen im Zusammenhang mit den langen Verzögerungen beantwortet werden müssen.

Aus der Antwort auf die parlamentarische Anfrage geht weiter hervor, dass die Krankenkasse dabei ist, sich zu reorganisieren. Inzwischen wurden 15 weitere Beschäftigte geschult und weitere drei Mitarbeiter eingestellt, davon allerdings zwei mit lediglich einem befristeten Vertrag, um die Erstattungsanträge zügiger zu bearbeiten. Angefragt wurde zudem eine weitere personelle Verstärkung.

Während der ersten Monate dieses Jahres will die Krankenkasse auch die Digitalisierung weitertreiben, was dazu beitragen soll, die Rückerstattungsprozedur zu beschleunigen.
Wer nicht sechs oder acht Wochen auf sein Geld warten will, sei daran erinnert, dass er, wenn die Rechnung 100 Euro übersteigt, einen Scheck auf einer Krankenkassenagentur abholen kann.

A.R

Samstag 9. Januar 2021