Keine Kohle fürs Heizen

Eurostat: 2,4 Prozent der Einwohner Luxemburgs können sich normales Beheizen der Wohnung nicht leisten

Wenn die Außentemperaturen fallen, wird einfach die Heizung hochgedreht, damit man es auch im Winter wohlig warm in der Stube hat. Doch auch im durchschnittlich (!) reichen Luxemburg gibt es immer mehr Menschen, die sich ein normales Beheizen der Wohnung nicht leisten können und bei kalten Temperaturen frieren müssen. Schon im Jahr 2019 litten nach Angaben des EU-Statistikamtes 2,4 Prozent der Einwohner unter dieser existentiellen Entbehrung. Für die Analyse hatte Eurostat Haushalte befragt und die Antworten hochgerechnet.

Zwar schnitt Luxemburg demnach etwas besser ab als Dänemark, Deutschland und Estland, wo 2,8 bzw. in den beiden letztgenannten Ländern jeweils 2,5 Prozent im Winter frieren müssen, aber auch schlechter als die vier EU-Länder Slowenien mit 2,3, Schweden mit 1,9 sowie Finnland und Österreich mit jeweils 1,8 Prozent Frierenden. Mit nur 1,0 bzw. 0,3 Prozent schnitten auch die beiden Nicht-EU-Staaten Norwegen und die Schweiz deutlich besser ab.

Am anderen Ende der Statistik stehen Eurostat zufolge Bulgarien, wo sich drei von zehn Einwohnern (30,1%) ein normales Beheizen der Wohnung nicht leisten können, Litauen (26,7%) und Zypern (21,0%). Es folgen Portugal, wo die Temperaturen im Winter auch unangenehm werden können, mit 18,9 Prozent vor Griechenland mit 17,9, Italien mit 11,1 und Rumänien mit 9,3 Prozent.

Im EU-weiten Durchschnitt konnten es sich im vorletzten Jahr 6,9 Prozent der Menschen nicht leisten, ihre Wohnung genügend zu heizen. Gegenüber dem Jahr 2012 bedeute das aber eine globale Verbesserung um fast vier Prozentpunkte.

oe

(Foto: dpa)

Oliver Wagner : Montag 11. Januar 2021