Polizeischule kommt neben Beginn der Flughafenpiste:

Kandidatur-Prozedur vor erfolgreichem Abschluß

Am 1.1.2021 umfaßte die Polizei 2.543 Leute, davon 2.039 Polizisten (rund 12% sind aktuell Frauen), von denen allerdings noch 115 im Stage sind, und 504 im Zivilkader (wovon rund 45% Frauen). 2021, 2022 und 2023 werden je 200 Leute in den Karrieren B1 (mit 1ère) und C1 (mit 3e) als Polizisten rekrutiert, je 7 Leute in der A1-Führungsebene und je 80 im Zivilkader. Am 1.1.2024 sollten dann rund 3.250 Leute da sein. Zusätzlich werden Armee-Abgänger im C2 rekrutiert – gestern saßen 26 im Examen.

Die Kampagne, um Kandidaturen für die Polizeiausbildung zu gewinnen, startete Ende Juli 2020 und war mehr als erfolgreich. Für die ausgeschriebenen 140 Posten B1 und 60 Posten C1 gab es 700 Bewerbungen, davon 25% Frauen, wobei darüber hinaus 100 Polizisten sich im »Out-In-Verfahren« für die höhere Karriere meldeten.
Neu war dieses Jahr, daß zuerst zum Einstieg das allgemeine Staatsbeamtenexamen zu bestehen war. Darauf folgen die spezifischen Aufnahmeexamen für die Polizei. Hier wird zuerst das Sprachenverständnis in Deutsch und Französisch mündlich und schriftlich geprüft. Es erfolgt die Einklassierung in die europäische Kategorisierung für rudimentäre Kenntnisse, für durchschnittliche Fähigkeiten und für Experten-Kenntnisse.

Im Sporttest ist seit 2018 ein Rundkurs mit Klettern, Slalom und Medizinbällen zu absolvieren, der einem tatsächlichen Einsatz entspricht. Männer müssen das in 1‘10‘‘ schaffen, Frauen in 1‘20‘‘. Die besten Zeiten liegen bei 50‘‘, die meisten Männer liegen zwischen 1‘05‘‘ und 1‘10‘‘. Wer die gesetzten Zeiten nicht schafft, darf gerne wiederkommen – und seine Fitness inzwischen verbessern. Es gibt keine Altersgrenze und auch die Zahl der Antritte ist nicht mehr begrenzt.

Danach kommen die psychologischen Tests, die wie der Sporttest zu bestehen sind bei sonstigem Ausschluß. Am Ende gibt es eine persönliche Vorsprache und dann auf Basis des »fichier central« die »enquête de moralité« (es sollten keine zahlreichen Drogen-Vergehen, keine Schlägereien und kein Widerstand gegen die Staatsgewalt in den letzten Jahren vorgefallen sein) und eine arbeitsmedizinische Untersuchung beim Arbeitsarzt für den öffentlichen Dienst.

Danach erfolgt die Aufnahme in den Stage für zwei Jahre (zuletzt waren es drei). In diesem Jahr ist man sich sicher, daß alle 200 ausgeschriebenen Posten auch in der Polizeischule antreten mit guter Aussicht auf Erfolg in derselben. Das erste Jahr ist nun ausschließlich in der Schule, umfaßt aber selbstverständlich auch Sport und die Schießausbildung.

Nach dem ersten Jahr gibt es eine Spezialvereidigung, wonach die Stagiare im zweiten Jahr aktiv eingebunden sind in die Polizeiarbeit unter Führung eines erfahrenen Beamten. Mit dem Eid werden sie bereits zum »agent de police administratif et judiciaire«, auch wenn sie nach zwei Jahren erst definitiv als Beamte vereidigt werden. Das zweite Jahr heißt offiziell »phase d‘initiation pratique« und soll der Eingliederung dienen.

Weil dieselbe Zahl wie dieses Jahr auch nächstes Jahr in die Polizeischule einsteigen soll, wurde bereits jetzt aufs allgemeine Staatsexamen verwiesen, das für B1 Ende Januar stattfindet (Einschreibung ab 14.1.) und dann wieder im September, während es für die Ebene C1 der Februar und der August ist. Ab Oktober werden dann wieder die spezifischen Polizei-Prüfung wie zuvor geschildert anlaufen.

Ohne Lockdown wird die neue Polizeischule zumindest vorläufig fertig, was blutnotwendig ist, denn am Verlorenkost ist nicht Platz genug.

Aktuell werden nach Neuverlegung der Leitungen im Gebäude die Trennwände aufgestellt. Es wird eine provisorische Turnhalle errichtet – die definitive wird gerade ausgeschrieben und soll im Mai 2022 in Betrieb gehen. Für die Küche werden Container ans Gebäude geklebt, und auch die Umkleideräume mit den Spinden werden dreistöckig in Plattenbauweise hingestellt.

Das Gelände liegt in der Steigung nach der Kreuzung Kalchesbrück, wo es links nach Neudorf hinuntergeht, in der Steigung zum Findel hinauf. Es liegt in einer Mulde zwischen Piste und Rue de Trèves nur wenig sichtbar hinter Bäumen. Die meisten werden‘s bisher übersehen haben.

jmj

Die blaue Baubude ist das, was vom Gelände der künftigen Polizeischule am deutlichsten zu sehen ist. Die Plastikeinhausung dort, wo aktuell an der Fassade des ehemaligen Nordea-Gebäudes gearbeitet wird, läßt das Haus hinter den Bäumen fast unsichtbar werden. Dorthin, wo rot-weiße Bändchen die Grundstücksgrenze markieren, kommt ein zwei Meter hoher Zaun. Am 1. April (kein Scherz) soll hier Schulbeginn sein.

Montag 11. Januar 2021