Kriminelle Machenschaften auf den Bermudas – Betrug und Steuerhinterziehung der früheren Sabena-Manager:

Axa Assurances Vie Luxembourg kauft sich mit 2,2 Millionen Euro von Anklagebank frei

Mithilfe einer auf den Bermudas gegründeten Gesellschaft und der Komplizenschaft der Versicherungsgesellschaft Axa Assurances Vie Luxembourg verschafften sich die Manager der Fluggesellschaft Sabena während Jahren, hinter dem Rük-ken des belgischen Fiskus, Zusatzeinkommen in Form von Schwarzgeld, während sie gleichzeitig den Beschäftigten von Sabena massiven Sozialabbau verordneten. Der Betrug flog im Laufe der Untersuchungen betreffend den Konkurs von Sabena auf.

Betrug und Steuerhinterziehung über die »Sabbel« auf den Bermudas

Sabena bezahlte Prämien für die Versicherung eines Teils ihres Geschäftsbereichs an die Gesellschaft »Sabbel«, die von der Sabena-Geschäftsführung eigens dazu auf dem als Steuer- und Versicherungsparadies bekannten britischen Überseeterritorium gegründet wurde. Deren Profite dienten anschließend dazu, die Prämien für die Lebensversicherungen der Manager zu bezahlen, welche mit der Axa abgeschlossen wurden.

Frühere Manager der Sabena müssen sich inzwischen wegen Fälschung, Betrug und Steuerhinterziehung vor Gericht verantworten. Auf der Anklagebank saß aber auch die Versicherungsgesellschaft Axa Assurances Vie Luxembourg, die den Managern der Sabena bei ihren kriminellen Machenschaften zur Hand gegangen war.

Die machte inzwischen allerdings, wie die kommunistische Wochenzeitung »Solidaire« berichtete, einen Deal mit dem Staatsanwalt des Königs in Brüssel und erklärte sich bereit, 2,2 Millionen Euro an den belgischen Staat zu zahlen, um nicht auf die Anklagebank zu kommen.

Eine solche »transaction pénale« ist laut belgischem Gesetz bei zweitrangigen Straftaten möglich, allerdings wäre es das erste Mal, dass eine solche Absprache bei einer Straftat dieses Ausmaßes erfolgen würde.

Gegenwärtig ist denn auch nicht gewusst, ob die Axa Assurances Vie Luxembourg mit diesem Manöver durchkommen wird, denn die »Chambre du conseil« des Brüsseler Strafgerichts entschied nun, die Akte wieder zu öffnen und die Hauptverantwortlichen für den Steuerbetrug am 26. Januar 2012 vorzuladen. Zur Debatte stehen könnte dann auch die Rechtmäßigkeit der zwischen der Axa Assurances Vie Luxembourg und dem königlichen Staatsanwalt getroffenen Abmachung.

A.R.

Ali Ruckert : Dienstag 15. November 2011