Steuervergünstigungen für Filmproduzenten

Audiovisuelle Zertifikate gibt es nur für fertige Filme

Im Jahr 2010 beteiligte sich die staatliche Filmförderung (»Fonds national de soutien à la production audiovisuelle«) mit 4,68 Millionen Euro an insgesamt 23 Filmen.

In 17 Fällen wurden audiovisuelle Investitionszertifikate ausgestellt, welche den Filmproduzenten einen Freibetrag von 30 Prozent auf dem versteuerbaren Einkommen garantierten. Eingeführt wurden diese Steuerzertifikate im Jahr 1988, um ausländische Filmproduzenten nach Luxemburg zu locken.

In ihrer Antwort auf eine parlamentarische Anfrage teilen die Minister Octavie Modert (Kultur) und François Biltgen (Medien) mit, dass die audiovisuellen Investitionszertifikate von den Ministern für Finanzen, Kultur und Medien ausgestellt werden, welche vom Verwaltungsrat des »Fonds national de soutien à la production audiovisuelle« beraten werden. In den Genuss der Zertifikate, die jeweils eine Gültigkeit von zwei Jahren haben, können nur zugelassene Produktionsfirmen kommen. Dabei sei es Aufgabe des Filmfonds, die Finanzierungspläne der Produktionsfirmen eingehend zu prüfen, die einzelnen Projekte bis hin zur Endabrechnung im Auge zu behalten und gegebenenfalls die Minister über Unregelmäßigkeiten oder Verstöße gegen bestehende Auflagen in Kenntnis zu setzen.

Da die Zertifikate erst gewährt werden, wenn die Filme fertig sind, muss die Produktionsfirma die erste Filmkopie vorlegen. Dem Antrag auf Steuermäßigung muss dann sowohl die Kostenendabrechnung als auch eine Rechnungsprüfung, ausgestellten von einem anerkannten Wirtschaftsprüfer, beiliegen.

In der Antwort der Minister wird weiter darauf hingewiesen, dass Zertifikate auch dann ausgestellt werden können, wenn die Produktionsfirma während der Dreharbeiten in Konkurs geht, der Konkursverwalter aber entscheidet, den Film fertig zu stellen.

A.R.

Ali Ruckert : Donnerstag 29. Dezember 2011