Fuß vom Gas!

Minister will bei Geschwindigkeitsüberschreitungen und Alkohol am Steuer härter durchgreifen

Zusammen mit Vertretern der Sécurité routière, der Polizei und des Statec präsentierte Transportminister Claude Wiseler am Donnerstag die Bilanz der Verkehrsunfälle im vergangenen Jahr. Während sich die Zahl der Verkehrstoten von 32 auf 33 erhöhte, stieg die Gesamtzahl der Unfälle mit Personenschäden, die der Polizei gemeldet wurden, um fast zehn Prozent auf 962.

In einem Jahrzehnt sei es gelungen, die Zahl der Verkehrstoten zu halbieren, erklärte Wiseler. Die EU habe sich zum Ziel gesetzt, die Zahl in den nächsten zehn Jahren abermals zu halbieren. Als Rückschlag bezeichnete es der Minister, daß die Zahl der Schwerverletzten von 266 im Vorjahr auf 317 gestiegen ist, was einer Erhöhung um fast ein Fünftel entspricht.

Auf den Autobahnen des Landes ereigneten sich überraschenderweise die wenigsten tödlichen Unfälle. Zweidrittel der Verkehrstoten waren auf Land- und Nationalstraßen zu beklagen, knapp ein Viertel in Ballungsgebieten.

Die Hauptursachen für schwere Unfälle sind überhöhte Geschwindigkeit und alkoholisierte Fahrer. So war bei 40 Prozent der tödlichen Unfälle und bei 16 Prozent der Unfälle mit Schwerverletzten Alkohol im Spiel. Bei den alkoholisierten Fahrern handelte es sich meist um männliche Fahrer im Alter von 18 und 34 Jahren. Auch bei Unfällen, die zumindest zum Teil auf Geschwindigkeitsüberschreitungen zurückzuführen sind (47 Prozent), handelte es sich vor allem um Fahrer unter 35 Jahre.

Der Transportminister will nun Konsequenzen ziehen und beide Verstöße strenger ahnden. »Wir werden bei Alkohol und überhöhter Geschwindigkeit künftig vier statt zwei bzw. sechs statt vier Punkte wegnehmen«, kündigte er gestern an. Zudem beabsichtige die Regierung nach wie vor, automatische Radarfallen aufzustellen. Wann die gesetzlichen Voraussetzungen dazu vorliegen, konnte Wiseler jedoch nicht beantworten. Entweder Ende dieses Jahres oder 2013, so der Minister. oe

Oliver Wagner : Freitag 11. Mai 2012