SES kennt keine Krise

Satellitenbetreiber meldet Umsatz- und Profitsteigerung

Die im Schloß Betzdorf ansässige »Société Européenne des Satellites« (SES) hat am Freitag ihre Geschäftszahlen für das erste Halbjahr 2012 vorgelegt. Während andere Großkonzerne Umsatz- und Profiteinbußen meldeten, scheint der Satellitenbetreiber keine Krise zu kennen. Den Angaben zufolge wurde in den ersten sechs Monaten dieses Jahres ein Umsatz von 891,9 Millionen Euro erzielt, was einem Anstieg um 4,8 Prozent entspricht. SES habe nicht zuletzt von der Entwicklung der Wechselkurse profitiert, hieß es. Doch auch wenn man diesen Sondereffekt herausrechnet, bleibt ein Anstieg um 1,4 Prozent.

Das EBITDA, also das Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen, betrug im ersten Halbjahr 665,1 Millionen Euro, was gegenüber dem Vorjahreszeitraum einer Steigerung um 5,3 Prozent (bzw. um 2,1 Prozent bei unveränderten Wechselkursen) entspricht. Der Nettogewinn der Gruppe stieg um 2,3 Prozent auf 298,7 Millionen Euro. Der Auftragsbestand liege derzeit bei einem Umfang von 6,8 Milliarden Euro. Konzernchef Romain Bausch sprach von »soliden Ergebnissen«, die »im Rahmen der Erwartungen« liegen würden.

SES setze ihren Wachstumspfad weiter fort und sei »gut für den Ausbau des Geschäfts in den weltweiten Schwellenmärkten aufgestellt«, so Bausch. Darunter versteht man Volkswirtschaften, die traditionell noch zu den Entwicklungsländern gezählt werden, aber nicht mehr deren typische Merkmale aufweisen. Deshalb werden z.B. die sogenannten BRICS-Staaten (Brasilien, Rußland, Indien, China und Südafrika) begrifflich von den Entwicklungsländern getrennt.

Mitte Februar und Anfang Juli wurden zwei neue Kommunikationssatelliten, SES-4 und SES-5, vom russischen Kosmodrom Baikonur im südlichen Kasachstan aus mit russischen Schwerlastträgerraketen vom Typ Proton-M in den Orbit geschossen. SES-4 habe Mitte April den kommerziellen Betrieb aufgenommen, berichtete Bausch. Der Satellit biete Ersatzkapazität sowie neue Kapazität für Europa und Afrika, sorge für eine vollständige Abdeckung von ganz Amerika und biete eine weltweite Abdeckung zur Unterstützung von Mobilfunkkunden und für maritime Dienstleistungen. SES-5 werde die Märkte in Afrika und Europa bedienen.

Ein weiterer Satellitenstart ist für September geplant, wenn mit Astra 2F der bereits 52. SES-Satellit auf eine Erdumlaufbahn gebracht wird. Er soll vom europäischen Weltraumbahnhof bei Kourou in Französisch-Guayana aus ins All befördert werden. oe

Oliver Wagner : Sonnabend 28. Juli 2012