Moskau und Hanoi vertiefen Zusammenarbeit

Präsidenten Vietnams und Rußlands vereinbaren Ausweitung des Warenaustauschs und Rohstoffkooperation

Rußland und Vietnam wollen bis zum Jahr 2015 ihren gegenseitigen Handel um fast zwei auf umgerechnet fünf Milliarden US-Dollar steigern. Dieses Ziel wird einer Erklärung zufolge angepeilt, die die Präsidenten beider Staaten, Wladimir Putin und Truong Tan Sang, am Freitag bei einem Treffen in Sotschi abgegeben haben, berichtete die russische Nachrichtenagentur Ria-Nowosti.

Nach dem Treffen sagte Putin, daß die Umsetzung aller Gemeinschaftsprojekte, die die beiden Staaten vereinbart haben, ihren gegenseitigen Handel auf das Drei- bis Vierfache steigern könne. Wie der russische Präsident weiter mitteilte, gewährt Moskau Hanoi einen Kredit von umgerechnet zehn Milliarden US-Dollar. Rund 80 Prozent davon seien für den Bau des ersten Atomkraftwerkes in Vietnam bestimmt, mit dem Rußland beauftragt ist.

Im vergangenen Jahr hatte Ria-Nowosti zufolge der russisch-vietnamesische Handel ein Volumen von 3,06 Milliarden US-Dollar. Im ersten Halbjahr dieses Jahres wuchs der Wert der gegenseitig verkauften Waren gegenüber dem Vorjahreszeitraum um 55 Prozent auf 1,47 Milliarden US-Dollar. Rußland liefert vor allem Maschinen und Anlagen (71 Prozent der Exporte) sowie Metalle und Metallerzeugnisse (22 Prozent) an das süd­ostasiatische Land.

Der vietnamesische Präsident Truong Tan Sang weilte seit vergangenem Donnerstag auf Putins Einladung in Rußland. Nach Verhandlungen der Präsidenten am Freitag unterzeichneten beide Staaten eine gemeinsame Erklärung über eine engere strategische Partnerschaft sowie fünf weitere Dokumente über die zukünftige Kooperation. Dazu gehörte auch eine Vereinbarung zur Erkundung und Gewinnung von Erdöl und Erdgas auf dem vietnamesischen Festlandsockel, die verstärkt fortgeführt werden solle. Beide Staaten »bekundeten die gegenseitige Absicht, auch weiterhin günstige Bedingungen für die Tätigkeit« von Gemeinschaftsprojekten in diesem Wirtschaftsbereich zu schaffen, heißt es in der Erklärung. (jW/ZLV)

Mittwoch 1. August 2012