Gemeinderat Rümelingen Ausgerechnet die CSV kritisiert finanzielle Intransparenz

Der Rümelinger Gemeinderat beschloß gestern einstimmig den Waldbewirtschaftungsplan für 2013. Sechs Gemeindearbeiter kümmern sich um das »Revier Kayl«, welches Kayl, Tetingen und Rümelingen umfaßt. Vorwiegend geht es 2013 um die Verjüngung des Baumbestandes, von dem Rümelingen mit einem Sechstel der Fläche wesentlich mehr hat als andere Ortschaften im Land. Das geschlagene Holz wird für die neue Hackschnitzelheizung im Schulgebäude genutzt, als Brennholz an Bürger verkauft, und ein Teil geht an die Papierfabrik. Den Ausgaben von 88.000 Euro für die Bewirtschaftung stehen demnach kommendes Jahr 55.750 Euro Einnahmen gegenüber. Die Wälder werden nach dem Nachhaltigkeitsprinzip bewirtschaftet, um der FSC-Zertifizierung gerecht zu werden, ohne welche es kaum mehr möglich ist, geschlagenes Holz zu verkaufen.

Weiterhin wurde einstimmig beschlossen, die Kaserne der Freiwilligen Feuerwehr, in welcher aktuell 30 Freiwillige ihren Dienst rund um die Uhr verrichten, zu modernisieren. Kostenpunkt des Avant projet sind rund 369.000 Euro.

Ebenfalls einstimmig angenommen wurde der Beitritt zum »pacte climat«. Die darin vorgesehenen Maßnahmen zu Bausanierung, Transport und Umwelt könnten der Gemeinde staatliche Bonuszahlungen bescheren, da eine Reihe von Vorgaben auf Rümelinger Gebiet schon in der Umsetzung sei. KPL-Rat Edes Peiffer unterstrich die Wichtigkeit dieses klimapolitischen Schritts und stimmte, wie alle anderen Räte, dem Vorhaben zu. Als nächstes stand die Unterstützung der Vereine und Verbände innerhalb der Gemeinde auf dem Programm. Abgesehen von den jährlichen Zuwendungen, erhielt der Billardclub für die Renovierung eines Tisches einmalig 2.130 Euro bewilligt und die Cent Buttik Beete- buerg 2.500 Euro. Bei letzterer wurde zwar bedauert, daß die Erreichbarkeit nicht so gut sei, aber die Räumlichkeiten dieser Sozial-Epicerie schon an ihre Grenzen stießen und somit ein Umzug etwa nach Düdelingen, welches von Rümelingen aus mit dem Bus besser zu erreichen sei, in Aussicht stehen könnte. KPL-Rat Edes Peiffer erklärte, derartige Projekte seien mit Blick auf die brutale Austeritätspolitik der CSV/LSAP-Regierung wichtig, da laufend neue Sozialfälle entstünden, denen geholfen werden müsse.

Was die jährlichen Zuwendungen von rund 30.500 Euro an die Vereine betraf, sträubte sich CSV-Rat André Theisen, daß das maison de la laïcité mit 2.000 Euro subventioniert werde und sah mangelhafte Transparenz und Kontrolle in der Finanzierung dieser Einrichtung. Bürgermeister Henri Haine erinnerte ihn daran, daß auch das Ministerium diese Zahlen prüfe und mangelnde Transparenz eher bei den Finanzen der Kirchenfabrik zu suchen sei. Trotz des kleinen Aufregers stimmen alle der Finanzierung zu. Auch der Aktionsplan des Umweltsyndikates Sicona Westen für 2013 wurde einstimmig angenommen. In seinem Rahmen wird alljährlich eine Reihe von Sensibilisierungskationen etwa bei Schulklassen durchgeführt. 2013 heißt es »Natur genéissen« und schlägt mit 30.200 Euro zu Buche, wobei die Kosten für die Gemeinde bei 23.000 liegen und der Rest vom Staat bezahlt wird.

Weiterhin wurde beschlossen, die Subsiden für Altbau- und Energiesanierungen bis Juli zu verlängern, da das Reglement Grande-Ducale in 2 Wochen ausläuft und noch nicht erneuert wurde. Als letztes wurde ein Büro beauftragt, die zahlreichen Bauaktivitäten im Ort zu koordinieren, da es oft zu Unstimmigkeiten mit den zahlreichen Unternehmen komme, die Kabel verlegen und Baumaterial abladen. Dies kostet die Gemeinde rund 44.500 Euro.

CK

Christoph Kühnemund : Mittwoch 19. Dezember 2012