Ex-Chef von »Reporter ohne Grenzen« kandidiert für Nazis

Paris – Der ehemalige Chef der sogenannten Menschenrechts-Organisation »Reporter ohne Grenzen«, Robert Ménard, tritt bei französischen Kommunalwahlen im kommenden Jahr für die rechtsextreme Partei Front National (FN) an. Ménard werde für den Urnengang 2014 im südfranzösischen Béziers aufgestellt, teilte Parteichefin Marin Le Pen mit. Angesichts der vielen FN-Anhänger in Béziers habe es viele Kandidaten für die Wahlliste gegeben. Bei der Präsidentschaftswahl im vergangenen Jahr hatte die Partei in Béziers 25 Prozent der Stimmen geholt.

Ménard hatte seine Kandidatur für die FN bereits am Donnerstag öffentlich gemacht, die Entscheidung mußte aber noch durch eine Parteikommission bestätigt werden. Der Journalist hatte sich bei »Reporter ohne Grenzen« bis zum Jahr 2008 angeblich für »Pressefreiheit weltweit« eingesetzt. Danach arbeitete er für mehrere Rundfunksender und unterhielt Kontakte zu rechtsextremen Bewegungen. Im Jahr 2011 veröffentlichte er das Buch »Vive Le Pen«, in dem er eine »Zensur der angepaßten Medien« anprangerte.

Dienstag 4. Juni 2013