Leitartikel

Neuester Eintrag : 3. Juli.

Unser Leitartikel:
Die Entwicklungsländer und wir

Der Premier ist sauer. Da hatte er sich jahrelang solche Mühe gegeben, bei jeder sich bietenden Gelegenheit zu erwähnen, wie engagiert, nachhaltig und effektiv das kleine Luxemburg die armen Entwicklungsländer unterstützt. Und dann kommt so ein hergelaufener Gelehrter und erzählt den Luxemburger Journalisten, daß der Finanzplatz Luxemburg den Entwicklungsländern ungleich mehr Geld entzieht als der Staat Luxemburg andererseits spendieren kann.
Man kann den Premier ja verstehen. Es ist nicht (...)

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Unser Leitartikel:
Popfans und Homosexuelle im Visier

Seit der Rückwende von 1989/91, in deren Folge die nach dem Sieg über den Faschismus bereits sozialistisch gewordenen europäischen Staaten wieder um eine ganze gesellschaftliche Entwicklungsstufe zurückgeworfen wurden, feiert die Reaktion in Osteuropa fröhliche Urstände.
Vor allem in katholisch geprägten Ländern geraten dabei längst nicht mehr nur Kommunisten ins Visier der Rückwärtsgewandten. In der einstigen Sowjetrepublik Litauen hat das Parlament Mitte Juni ein »Gesetz zum Schutz von (...)

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Unser Leitartikel:
Stich ins Wespennest

»Luxemburg beutet die armen Länder nicht aus«, lautet der Titel einer Stellungnahme der Vereinigung der Banker (ABBL) zu einer Studie des Soziologen und Wirtschaftspublizisten Rainer Falk, die er vor kurzem anlässlich einer vom »Cercle de Coopération organisierten Pressekonferenz vorgestellt hatte.
Die Bankervereinigung »weist die Schlussfolgerungen dieser angeblichen Studie, die nicht das Niveau erreicht, welche eine ernsthafte Diskussion über die Verteilung der Reichtümer auf dem Planeten (...)

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Unser Leitartikel:
Vorsätzlicher Betrug

Man sollte aufmerksam verfolgen, mit welchen Methoden und Formulierungen die Schönredner des Kapitals in den Medien und in den sogenannten Wirtschaftsinstituten sich selbst und uns weismachen wollen, daß man sich nicht so viele Gedanken über die Krise machen sollte. »Wirtschaft faßt wieder Tritt«, titelte am Wochenende das hiesige Bistumsblatt, und faselte im Wirtschaftsteil von einem »Ende der Misere«, das angeblich in Sicht sei. Das stammt vom »Wirtschaftsforscher« Hans-Werner Sinn, der sich (...)

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Unser Leitartikel:
Wie im Wilden Westen

Die Regierungen kommen und gehen, die Probleme, vor die sich die schaffenden Menschen gestellt sehen, bleiben hingegen. Das trifft auch auf die knapp 7.500 Beschäftigten im Reinigungsbereich zu. Ihr Anliegen wird von keinem Regierungsprogramm aufgegriffen, ihre Belange werden nicht zur Chefsache erklärt. Dass das so ist, hat auch damit zu tun, dass die große Mehrheit des Reinigungspersonals im Privatsektor entweder Ausländer, Grenzgänger oder Frauen, oder das alles zusammen sind.
Nun ist es ein (...)

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Unser Leitartikel:
Hilfe für Bedürftige

Manche Meldungen werden nicht an die ganz große Glocke gehängt – obwohl Klingeln eigentlich zum Geschäft gehört wie die Profitgier zum Kapitalismus. Aber zuweilen gibt man sich auch bescheiden, wenn wieder einmal den wirklich Bedürftigen geholfen werden konnte…
Wer aufmerksam die Meldungen aus der Welt der Wirtschaft verfolgt, konnte vor wenigen Tagen eine Nachricht lesen, laut der in Ungarn, das bekanntlich vor fast 20 Jahren heim ins Reich des Kapitalismus geholt worden war, eine wirklich edle (...)

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Unser Leitartikel:
Der neugierige Igel

Wie der bisherige Justiz- und Polizeiminister Luc Frieden ist auch der französische Staatspräsident Nicolas Sarkozy der Ansicht, Sicherheit sei die »erste aller Freiheiten«. Und Sicherheit, darin sind sich die Konservativen dies- und jenseits der Grenze ebenfalls einig, läßt sich nur durch noch mehr Überwachung und Kontrolle erreichen.
Wie nun bekannt wurde, hat der Rüstungsausschuß des französischen Verteidigungsministeriums den deutsch-französisch-spanischen Luft-, Raumfahrt- und Rüstungskonzern (...)

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Unser Leitartikel:
Koalitionsabkommen: drei Aspekte

I. Stellen Sie sich vor, Luxemburg würde gegenwärtig die schlimmste Finanz- und Wirtschaftskrise seit mehr als 70 Jahren erleben, und die Regierung würde ein Programm vorlegen, das kaum Spurenelemente einer Krisenbekämpfung aufweist!
Nach einer ersten Einschätzung des Koalitionsabkommens, das CSV und LSAP am Dienstag unterzeichneten, könnte die Realität der Fiktion ziemlich nahe kommen.
Erschwerend kommt hinzu, dass alle Punkte des Programms von den Koalitionsparteien unter einen (...)

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Unser Leitartikel:
Terrorismus bekämpfen

Wer nicht unbedingt darauf angewiesen ist, sollte bis Ende September Reisen in die Bundesrepublik Deutschland vermeiden. Das ist keine offizielle Reisewarnung, auch keine Mitteilung unseres Außenministeriums – neiiiin, Herr Asselborn würde seinem Freund Steinmeier sowas nie antun – man sollte das lediglich als Hinweis verstehen. Wer ganz sicher sein will, sollte sich bis dahin auch davor hüten, sich mit Deutschen in der Öffentlichkeit zu zeigen.
Der Grund ist ein ganz einfacher: »Vor der (...)

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Unser Leitartikel:
Wer wird für die Krise bezahlen?

Als Formateur Juncker am Donnerstag bekannt gab, die Koalitionsverhandlungen seien »quasi abgeschlossen«, und das Regierungsabkommen werde an diesem Sonntag unterzeichnet, stellte niemand die Frage, wer für die Krise bezahlen wird.
Bisher ist es bekanntlich so, dass die Schaffenden für die Krise berappen müssen: die Beschäftigten, die wegen Schließungen oder Einsparungen auf die Straße gesetzt werden und wegen Kurzarbeit Lohnkürzungen hinnehmen müssen, und die vielen Jugendlichen, die von der (...)

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