Leitartikel

Letzter Eintrag : 23. Februar.

Unser Leitartikel:
Massenabschiebung ins Elend

Es war gegen 6 Uhr morgens, als eine serbische Flüchtlingsfamilie am Montag von Polizisten in ihrer Useldinger Wohnung geweckt wurde. Sie hatten nur wenig Zeit, das Nötigste für sich und ihre drei Kinder im Alter von zwei bis 14 Jahren einzupacken, dann wurden sie in Polizeifahrzeuge verfrachtet und auf den Findel gebracht. Anfangs wußten sie noch nicht einmal, wohin sie gebracht wurden. Erst als sie am Flughafen angekommen waren und schnurstracks ins – ausgerechnet nach einer Verdi-Oper (...)

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Unser Leitartikel:
Zukunftsängste

Wir bräuchten in Luxemburg ein Sozialmodell, das den Menschen die Angst vor der Zukunft nehmen müsse. Die Angst vor einer Zukunft, in welcher Arbeitsplätze und Einkommen nicht abgesichert sind und Jugendliche keine Arbeit mehr finden, so Jean-Claude Reding vor Jahren in einem Tageblatt-Interview. Wir müssten wieder in ein Modell hineinkommen, in dem die Motivation, und nicht weiter nur Druck vorherrsche, hatte der Präsident des OGB-L damals gemeint.
Seit diesen Aussagen sind etwas mehr als fünf (...)

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Unser Leitartikel:
Grundrechte entrechtet

Im Juni 1946, gerade ein Jahr nach dem schrecklichsten Krieg des vorigen Jahrhunderts, tagte in der ostdeutschen Arbeiterstadt Brandenburg das 1. Parlament der Jugend. Diese Versammlung beschloß mit großer Mehrheit, daß die Jugendlichen in Deutschland fortan konkrete Rechte haben sollten. Als besonders wichtig empfanden die jungen Delegierten politische Rechte, also vor allem das aktive und passive Wahlrecht und das Recht auf aktive Teilnahme bei der politischen Entscheidungsfindung. An (...)

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Unser Leitartikel:
Rechtzeitig die Faust aus der Tasche holen

Gewisse Kreise möchten es partout nicht und versuchen stets, das Ganze herunterzuspielen. Doch der Alltag in vielen Betrieben zeigt, dass sich die Art und Weise, wie seit dem Beginn der kapitalistischen Finanz- und Wirtschaftskrise radikal mit den Schaffenden umgesprungen wird, sich radikal geändert hat. Nicht allein die Tonart gegenüber den Schaffenden wurde schärfer, auch der allgemeine Umgang mit ihnen wurde schroffer. Hetze und Stress haben zugenommen. Auch die Einschüchterungen: Wird den (...)

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Unser Leitartikel:
Ist Luxemburgs Stahlindustrie gut?

»Luxemburgs Stahlindustrie ist gut« hieß gestern der Aufmacher auf Seite 1 des Escher »Tageblatt«. Sie arbeite auf hohem Niveau, schrieb undifferenziert das gewerkschaftseigene Blatt. Unklar ist, welche Reaktion diese Nachricht bei den Kollegen in den Betrieben ausgelöst hat: Erleichterung? ... oder zeigten sie sich doch eher überrascht? Schließlich haben sie von einer Besserung bislang nichts gespürt.
Direkt »vum Terrain« hört man nämlich andere Töne. Von dort erfährt man, dass sich die (...)

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Belgischer Staat verweigert Lokführergewerkschaft die Anerkennung

Mit einer Klage beim Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte (EGMR) in Straßburg wollen die Autonomen Lokomotivführer-Gewerkschaften Europas (ALE) die Anerkennung ihrer belgischen Sektion bei der Société Nationale des Chemins de fer Belges (SNCB) durchsetzen. Das teilte die ALE, die derzeit in 13 EU-Staaten sowie in der Schweiz, in Serbien und in Kroatien Mitgliedsorganisationen hat, kürzlich mit.
Hintergrund ist ein bereits seit dem Jahr 2001 geführter Rechtsstreit mit dem belgischen Staat. (...)

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Unser Leitartikel:
Rechtzeitig die richtigen Akzente setzen

Im kommenden Monat eröffnet die Cactus-Kette im Süden des Landes eine zusätzliche Filiale. Und zwar in den einstigen Räumlichkeiten des zu Jahresanfang in Konkurs gegangenen Supermarktes »Boon« in Schifflingen. Viele werden sich erstaunt die Frage stellen, wieso wir einer Geschäftseröffnung die Spalten eines Leitartikels öffnen? Handelt es sich bei der Filiale in Schifflingen etwa um etwas Besonderes? Eigentlich nicht. Wenn wir uns dennoch im Editorial damit befassen, dann nur, um daran zu (...)

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Unser Leitartikel:
Gescheiterte Konzepte

Die Partei der Luxemburger Grünen will am Mittwoch in der Chamber über Konzepte für den Wiederaufbau in Afghanistan debattieren. Da lohnt es sich, mal einen Moment darüber nachzudenken.
Zunächst sei es gestattet, sich ein wenig darüber zu wundern, warum jetzt der »Wiederaufbau« Afghanistans ein Thema für uns sein soll. Selbstverständlich ist es notwendig, all das, was in Jahrzehnten im Laufe verschiedener Kriege zerstört wurde, wieder aufzubauen. Aber greift dieser Gedanke nicht etwas zu kurz? Denn (...)

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Unser Leitartikel:
Fragwürdige Rekorde

Würde es sich bei den Nachrichten um Bestleistungen aus Stadien und Hallen handeln, so würden sie sicherlich die Mehrzahl der Leser erfreuen. Anders verhält es sich allerdings mit den Rekorden, die seit dem Ausbruch der kapitalistischen Finanz- und Wirtschaftskrise in regelmäßigen Abständen aus den Büros des Arbeits- und des Wirtschaftsministeriums gemeldet werden. Gemeint sind die Zahlen vom Arbeitsmarkt, die sich vorwiegend mit Arbeitslosigkeit und Kurzarbeit befassen.
Über 17.000 Menschen (...)

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Unser Leitartikel:
Währungsspekulation

Die kapitalistische Finanzkrise ist noch nicht vollständig in der Realwirtschaft angekommen, und schon beginnt die Spekulation von neuem. Das ist auch nicht anders möglich, denn das überakkumulierte Kapital, das keine Anlage mehr in der produktiven Wirtschaft findet, drängt mit unbändiger Kraft in kurzfristige spekulative Bereiche.
Seit fast dreißig Jahren öffnet sich die Schere zwischen Konsum- und Lohnanteil im Bruttoinlandsprodukt der wichtigsten kapitalistischen Länder (USA, EU und Japan). (...)

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